Nun wird es still um die Burg
15 Jahre macht k.l.a.s. auf der Heunburg im Sommer ambitioniertes Theater. Nun kam das Aus - auch sehr zur Überraschung des Vereins "Rettet die Heunburg".

Foto © k.l.a.s.
Als 1995 mit Büchners "Woyzeck" der "Mord im Dorf" auf der Heunburg ausgerufen wurde, konnte keiner ahnen, wie tief k.l.a.s in der Region einmal verankert sein würde: "Wir haben mit zehn Vorstellungen angefangen und alle haben gefragt: Ja um Himmels willen, wer soll da denn kommen?", erinnert sich k.l.a.s.-Chef Stefan Pfeistlinger. Knapp 70.000 Besucher, lautet die Antwort nach 15 Jahren.
Heuer aber bleibt es ruhig auf der Burg: Wie berichtet, wird sich k.l.a.s. auflösen, nachdem das Land nicht bereit war, der Abtretung der Landessubvention (35.000 Euro im Jahr) als Sicherheit für die Bank zuzustimmen.
Bleiben die letzten 15 Jahre, in denen sich auf der Heunburg einiges bewegt hat: Gemeinsam mit dem Verein "Rettet die Burg" wurde viel Geld und Arbeit in die Infrastruktur investiert, und das unter tatkräftiger Mithilfe der Bevölkerung vor Ort: "Im Grunde hat die ganze Region mitgeholfen, was etwa Quartiere betrifft, aber auch geschnorrtes Material oder der Einsatz von Traktoren, die das Material auf den Berg transportiert haben." Dieser Einsatz der Haimburger ist für Stefan Pfeistlinger nach wie vor ein "Geschenk", dessen "Herzlichkeit etwas Spezielles hat".
Burgtheater
Auch künstlerisch war man in der Region sehr erfolgreich, wo die Schwellenangst bald dem Stolz auf das eigene "Burgtheater" wich. Und wo man mit regional verankerten Produktionen wie Peter Handkes "Wunschloses Unglück" auch ein Risiko einging, das sich lohnte: "Viele Leute aus Griffen waren berührt und haben gesagt, dass sie nun eine neue Sicht auf Handke haben", erinnert sich der Lichtgestalter und Bühnenbildner, der angesichts von 2,4 Millionen Euro, die man in 15 Jahren umgesetzt hat, davon überzeugt ist, dass "wir für das, was wir produziert haben, sehr gut gewirtschaftet haben."
Und wie geht es nun weiter mit der Burg? Darüber will Stefan Pfeistlinger (noch) nicht nachdenken, denn "dafür ist mein Herz noch nicht offen". Für Friedrich Morri, Obmann des Vereins "Rettet die Heunburg", kam die "kurzfristige Absage" jedenfalls völlig überraschend: "Jetzt muss es erst einmal eine Vorstandssitzung geben, wo wir über die Zukunft reden." Für heuer ist es jedenfalls schon zu spät: "Jetzt ist der Sommer schon da und wir hatten keine Chance, uns etwas zu überlegen", so Morri.














