Galerie Krinzinger eröffnete Muehl-Ausstellung
Mit einer Ausstellung zu verschiedenen Aspekten im Schaffen von Otto Muehl (auch: Otto Mühl) wurde am Dienstag in der Wiener Galerie Krinzinger ein wahrer Ausstellungsreigen zum kommenden 85. Geburtstag des umstrittenen Künstlers am 16. Juni eröffnet. Bei Krinzinger sind u.a. Fotoserien zu frühen Aktionen Muehls aus den 60er Jahren, großformatige Bilder der 80er Jahre zu sehen.
Am Donnerstag, eröffnet eine weitere Ausstellung im Leopold Museum, am 17. Juni in der Galerie Konzett. Bis 1. August ist im MAK das neunteilige Muehl-Bild "Apokalypse/Keinen Keks Heute" zu sehen.
Zwei vom Muehl-Archiv herausgegebene Editionen geben Einblick in die ersten aktionistischen Arbeiten: Eine Fotoserie der ersten Aktion "Versumpfung einer Venus" (1963) zeigt Muehl lustvoll bei der Arbeit, den nackten menschlichen Körper mit verschiedenen Lebensmitteln, Cremes, Farben und Wasser in Beziehung zu bringen. In der Materialaktion "mama und papa" (1964) spielte infantile Sexualität ebenso wie assoziativer Umgang mit Geschlechtsverkehr und Geburt eine zentrale Rolle. Rückblickend ahnt man anhand der Fotos bereits nicht nur das Herantasten an künstlerische, sondern auch an gesellschaftliche Tabus, was später in der Kommune Friedrichshof im angewandten sozialen Experiment so problematisch werden sollte.
Im Nebenraum wähnt man sich mit großformatigen Ölgemälden im Museum - keine falsche Assoziation, wie sich herausstellt. Drei im Herbst des Jahres 1984 entstandene Bilder, die Hitler, Stalin sowie eine von uniformierten Nazi-Schergen durchgeführte Hinrichtung zeigen, bietet Ursula Krinzinger nur zu dritt an. Kurator Theo Altenberg hat dazu weitere Ölbilder sowie ein Acrylbild aus Muehls Beschäftigung mit Vincent van Gogh gehängt.















