Zwei Preise für österreichische Comic-Künstler
Bei der Max und Moritz-Gala im Rahmen des Comic-Salon Erlangen sind am Freitag zwei Auszeichnungen an österreichische Comic-Künstler gegangen. Der Wiener Nicolas Mahler wurde zum besten deutschsprachigen Comic-Künstler gewählt. Den erstmals vergebenen Max und Moritz-Publikumspreis erhielt die Wienerin Ulli Lust für ihren Debüt-Band "Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens".
"Nach Ansicht der Jury ist Mahler ein Genie, Genies soll man alle Preise hinterherwerfen, die man hat", nannte die Laudatio nur einen von "sehr vielen Gründen, Nicolas Mahler als besten deutschsprachigen Comic-Künstler auszuzeichnen. "Mahler ist überall. Seit Jahren überzieht er die Comic-Landschaft - und auch die Kunstlandschaft, mit hochwertigen, wunderbaren Büchern und Strips, ein hinreißender ästhetischer Minimalismus und seine ganz eigene Marke von Antidepressiva."
Neuerdings habe er sich auch der "grafischen Novelle" zugewandt, "Engelmann" sei "eine höchst überzeugende Erweiterung des Mahleruniversums. Das Buch hat alles: Glamour, Sex, Witz, Intelligenz, es ist vielschichtig und gesellschaftskritisch und - das Beste am Ganzen - es handelt von Superhelden. 'Engelmann' ist, als würde ein sehr guter Singer-Songwriter mit einem Mal ein grandioses Broadway Musical schaffen. Davon wollen wir mehr." Der 1969 geborene Wiener Autor und Zeichner wurde bereits zweimal mit dem Max-und-Moritz-Preis ausgezeichnet.
"Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens" ist ein ungewöhnlicher und mit 464 Seiten auch ungewöhnlich dicker autobiografischer Comic-Roman: Die 1967 geborene Wienerin Ulli Lust, die 1995 nach Berlin zog, erzählt darin vom Italien-Trip, zu dem zwei minderjährige Punk-Mädchen im Sommer 1984 ohne Geld, Gepäck und Ausweis aufbrechen. Ihre Erlebnisse zwischen Freiheitsromantik und harter sozialer Realität werden ungeschminkt und packend nachgezeichnet.
Das im Vorjahr erschienene Debüt wurde euphorisch besprochen. "Eine der eindringlichsten Erzählungen der jüngeren deutschsprachigen Comicgeschichte", nannte etwa der "Falter" das Buch, in der "taz" wurde es als "Politisches Buch des Jahres" empfohlen.















