Vorhang auf für restauriertes Teatro Colon
Das Opernhaus Teatro Colon in Buenos Aires wird nach einer grundlegenden Restaurierung gerade noch rechtzeitig am Vorabend des 200. Jahrestages des Beginns der Unabhängigkeit des südamerikanischen Landes wiedereröffnet. Um das Flaggschiff der Kulturszene der Millionenmetropole wieder auf den Hochglanz der Belle Epoque zu bringen, wurden umgerechnet etwa 80 Millionen Euro aufgewendet.
Es wurden mehrere Architekten verschlissen und eine vier mal so lange Bauzeit wie vorgesehen benötigt. Aber das alles ist vergessen, wenn der Prachtbau am Pfingstmontag mit einer Licht- und Musikshow wieder für die Öffentlichkeit zugänglich wird. Die Wiederöffnung des Colon ist der Höhepunkt der 200-Jahrfeiern Argentiniens, der europäischsten Nation ganz Lateinamerikas.
Das 1908 fertiggestellte Haus zeugt von dem sagenhaften Reichtum des Landes zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der sich auf Rindfleisch- und Getreideexporte sowie Können und Fleiß seiner aus Italien und vielen anderen europäischen Nationen eingewanderten Bürger gründete. Der etwa 1950 einsetzende mal schleichende, mal rasende Niedergang des Landes stürzte nicht nur Millionen Menschen in die Armut, er setzte auch dem Opernhaus arg zu. Der neue kulturelle Glanz ist deshalb zugleich Ausdruck der Hoffnungen, wieder in einem normalen und wohlhabenden Land leben zu können.
Das Teatro Colon wurde zwischen 1889 und 1908 erbaut. Es verfügt über 2.500 Sitz- und 1.000 Stehplätze. Der Stil vereint Elemente der italienischen Renaissance mit Elementen aus der griechischen Klassik. Bei der Restaurierung arbeiteten zeitweise mehr als 1.300 Handwerker und Künstler gleichzeitig in dem Riesenbau, trugen Farbschichten ab, befreiten Fresken von Patina, legten Blattgold neu auf, polierten italienischen Marmor, polsterten und schliffen Parkettböden ab.















