Premiere von "Wozzeck" bei den Wiener Festwochen

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Leuchtend rot steht der Mond über dem Geschehen. Und Wozzeck, der arme Teufel, von allen ausgenutzt, verlacht und hintergangen, kann gar nicht anders als zuzustechen. Für Wozzeck gibt es ebenso kein Entkommen wie für Marie, die in seinen Armen stirbt. Mit Georg Nigl und Angela Denoke stand den Wiener Festwochen am Samstag ein ideales Protagonistenpaar für die erste Premiere zur Verfügung.
Der Jubel nach der Premiere von Alban Bergs "Wozzeck" im Theater an der Wien war groß. Nigl ist als Wozzeck ein Ereignis. Mit großer gestischer Zurückhaltung und stimmlicher Präzision verkörpert er den getriebenen, suchenden, scheiternden Menschen, stets an der Kippe zwischen Erkenntnis und Wahnsinn. Dass aus ihm und seiner Lebensgefährtin Marie, für die und deren gemeinsames Kind sich der Soldat aufopfert und für ein geringes Zubrot sogar in fragwürdige medizinische Experimente begibt, nichts werden kann, ist rasch klar. Angela Denokes kontrapunktische Anlage der lebenslustigen Frau lässt keinen Zweifel offen.
Während Volker Vogel als Wozzecks Rivale keinen starken Eindruck hinterlässt und auch Wozzecks einziger Freund Andres (Eric Stoklossa) blass bleibt, ist die von Doktor und Hauptmann verkörperte Obrigkeit bei Wolfgang Bankl und Andreas Conrad in besten Händen. Magdalena Anna Hofmann ist eine passable Margret und Heinz Zednik eine Luxusbesetzung für die Mini-Rolle des Narren.
Nach anfänglich verhaltenem Beginn entwickelt Dirigent Daniel Harding mit dem Mahler Chamber Orchestra ein musikalisch hochexpressives Drama, das vielleicht manche Feinheit vermissen lässt, doch in der Gesamtheit seine Wirkung nicht verfehlt. Bergs 1925 uraufgeführte atonale Oper zieht auch heute noch in ihren Bann, ohne ein Körnchen Staub angesetzt zu haben.















