Kolumne: Was kosten die Pyramiden?
Kärnten ohne Pyramidenkogelturm wäre wie Ägypten ohne Pyramiden.
Was hat der Eiffelturm gekostet? Was der schiefe Turm von Pisa und was der Torre de Belem? Was Big Ben, was die Tower Bridge? Was das Brandenburger Tor und was das Kolosseum in Rom? Wie viel auch immer: Sie sind mit Geld nicht aufzuwiegen. Sie verleihen einem Ort Identität und Charakter. Sie locken Menschen aus nah und fern an. Sie machen sich tausendfach bezahlt!
Was haben die Pyramiden gekostet? Sicher mehr als der Pyramidenturm am Pyramidenkogel. "Was kostet das?" lautet die stereotype Frage in einem Land, in dem ein Steuerberater, der den richtigen Politiker als Klient hat, in zwei arbeitsintensiven Monaten zwölf Millionen Euro für einen dubiosen Bankverkauf einstreift, wovon er über Nacht sechs Millionen "Patriotenrabatt" spendiert. "Was kostet das?" lautet die stereotype Frage in einem Land, in dem extrem erfolglose Bankmanager nach sieben Monaten Arbeit mit Millionenbeträgen abgefertigt werden, in dem ein unerwünschter megafloppender oberösterreichische Schwindelfußballclub, den niemand sehen will und der aus 16 Mitgliedern besteht, Jahr für Jahr Millionen als Förderungen und Darlehen bekommt, die er noch nie zurückgezahlt hat: Zum Fenster hinausgeworfene Millionen des Volkes, die das Volk nie wieder sehen wird, die sich einige wenige unter den Nagel reißen.
Was kostet das?" fragt man in einem Land, in dem seit Jahren unentwegt Tribünen und Zelte aufgestellt und niedergerissen und wieder aufgestellt und wieder niedergerissen werden, ausgerechnet dann am lautesten, wenn etwas Bleibendes geschaffen werden soll, etwas Zukunftsträchtiges, etwas, das Bestand haben würde. Ich bin für den neuen Pyramidenkogelturm, denn Kärnten ohne Pyramidenkogelturm wäre wie Ägypten ohne Pyramiden. Er kostet auch nicht mehr als eine Managerabfertigung und ein Partriotenrabatt. Ein Klaks, sozusagen. Ich bin für mehr und mutige Architektur im Land, für mehr und mutige Kunst. Sparen dort, wo es Sinn macht: bei Spekulanten, Worthülsenfabrikanten und korrupten Großmäulern.















