Scala-Orchester spendet Gagen aus Protest
Das Orchester der Mailänder Scala wird die Gagen für die nächsten Konzerte für Wohltätigkeitsprojekte spenden. Damit wollen die Orchester-Mitglieder gegen das von der Regierung Berlusconi beschlossene Dekret zur Finanzierung der Opernhäuser protestieren. Man wolle nicht streiken, damit die Aufführungen nicht ausfallen, werde aber aus Protest gegen das Dekret die nächsten Gagen spenden", hieß es.
Die Mitglieder des Scala-Orchesters hatten am Samstag bei der letzten Aufführung von Verdis "Simon Boccanegra" mit Placido Domingo mit gelben Kokarden an der Jacke gespielt, um ihren Protest gegen die Einsparungen der Regierung zu signalisieren. Auch Domingo trug die Kokarde am Bühnenkleid angesteckt. Neben dem Protest gegen die Einsparungen der Regierung fordern auch die Gewerkschaften die Verlängerung der Arbeitsverträge für das nächste Jahr für 100 Scala-Arbeitnehmer, die saisonal angestellt wurden.
Wegen der Finanzierungskürzungen ist es dieser Tage zu Streikaktionen in den prestigereichsten Opernhäusern des Landes gekommen. Wegen eines Streiks im Carlo Felice-Theaters in Neapel wurde die am kommenden Mittwoch geplante Premiere des Balletts "Anna Karenina" abgesagt. In Genua ist am Mittwoch eine Demonstration der Theaterbelegschaft gegen die Regierung geplant.
Zubin Mehta, seit 1985 Chefdirigent des Maggio Musicale in Florenz, erklärte sich bereit, zwischen den Gewerkschaften und der Regierung zu vermitteln, um zu einem Ende des Protests gelangen. Er selber sei bereit, Italiens Kulturminister Sandro Bondi zu treffen. "Öffentliche Finanzierungen sind für die Kultur in Italien notwendig, man muss das System aber reformieren. Die italienische Regierung hatte aus Spargründen die öffentlichen Subventionen für Theater im Jahr 2009 schon um 30 Prozent gekürzt.















