Übersichtlichkeit und Eleganz bei der Viennafair
Optimismus bei der Viennafair, Österreichs größter Messe für zeitgenössische Kunst. Ein Gewinn für die Besucher ist sie jedenfalls, ob auch für die Galeristen, wird man am Sonntag wissen.

Foto © Reed Exhibitions Messe Wien Impressionen der Galerie "Eugen Lendl"
Schon interessant", findet Ila das Geschehen rundherum. Der als Christian Rieger in Leoben geborene Künstler hat auf der Viennafair für den Grazer Galeristen Eugen Lendl eine kompakte Retrospektive auf sein Werk installiert. Aus der gelungenen, mit vielen Details liebevoll ausgestatteten Koje heraus beobachtet der Künstler nun den Kunstbetrieb. Verkäufe würden ihn freuen, "aber da ich derzeit über Arbeit nicht klagen kann", sieht er das Ganze gelassen.
Central Eastern Europe
Nervosität ist überhaupt nicht das Hauptmerkmal der relativ jungen Wiener Messe für zeitgenössische Kunst mit dem deklarierten Schwerpunkt CEE. Sprich: Central Eastern Europe. Der ehemalige "Ostblock" inklusive Türkei. 33 Galerien kommen aus Istanbul, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Russland, der Slowakei, Slowenien, Ungarn. 28 der durchwegs spannenden Auftritte fördert Hauptsponsor Erste Bank.
34 Galeristen kommen aus Westeuropa, je eine aus Israel, Mexiko, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Letztere, Carbon 12, präsentiert internationale Kunst, in der speziellen Projekten vorbehaltenen Zone 1 den jungen Österreicher Florian Hafele.
43 Galerien betreiben ihre Geschäfte in Österreich. Kärnten ist mit den Galerien 3 und Walker vertreten. Erstere hat zum Thema "Rot" Exponate von dreißig Künstlern von Amann bis Zitko dabei, Walker präsentiert Arbeiten des 79-jährigen Zero-Klassikers Heinz Mack.
Kratochwill, Konzett und L
Aus der Steiermark kommen Kratochwill, Konzett und Lendl. Lendl, wie gesagt, setzt auf Ila, Kratochwill zeigt Arbeiten von Otto Muehl, Markus Dressler, Isa Rosenberger, Gabriele Sturm, Konzett ebenfalls Muehl und neun weitere Positionen, darunter Christian Eisenberger und Helga Philipp. Eine dichte Packung, eher atypisch für die diesjährige Ausgabe, die auf transparente Eleganz setzt.
Die Salzburger Galerie Weihergut schießt bezüglich Eleganz den Vogel ab. Werke von Kounellis, Motherwell, Nitsch, Valentin Oman und Rudi Stanzl fügen sich zum hochästhetischen Ganzen. Verlässliche (nicht langweilige) Ruhezone: die in Spital am Pyhrn und Wien agierende artmark galerie. Mit Bildern und Objekten eines ganzen Dutzends Autoren zeigt sie sich heuer fast überladen.
Mit einem spannenden Doppel punktet die junge Wiener Galerie Winiarzyk. Die halbe Koje hat der Steirer Clemens Hollerer mit einer seiner typischen Konstruktionen besetzt. Die zweite Hälfte gehört den zarten Bildobjekten von Karine Fauchard, poetische Auseinandersetzungen mit der Sammlung von Yves Saint Laurent und Pierre Bergé, die im Vorjahr versteigert wurde.
Je 5000 Euro, die Preise der Wiener Wirtschaftskammer für je eine arrivierte und eine junge Galerie, gingen heuer gewissermaßen an eine Familie - an die Galerie nächst St. Stephan von Rosemarie Schwarzwälder und an die Galerie Koch Oberhuber Wolff, an der Schwarzwälders und Oswald Oberhubers Sohn Nikolaus in Berlin beteiligt ist.











