"Pünktchen und Anton" in der Staatsoper
Fünf junge Opernbesucher werden am kommenden Samstagvormittag möglicherweise aufgeregter sein als der Rest des Premierenpublikums. Wenn "Pünktchen und Anton" von Ivan Eröd im Kinderopernzelt der Wiener Staatsoper Uraufführung feiern wird, werden fünf der sieben Enkel des Komponisten dem Opa wohl ganz besonders die Daumen drücken.
In den 60er Jahren arbeitete Ivan Eröd, der 1956 nach dem Scheitern des ungarischen Volksaufstandes als 20-Jähriger nach Österreich geflüchtet war, als Solokorrepetitor an der Staatsoper. Sein Sohn Adrian ist als Bariton eine Stütze des Staatsopernensembles und wurde zuletzt als Jason in der Uraufführung von Aribert Reimanns "Medea" gefeiert.
Mit der Kinderoper "Pünktchen und Anton", für die Thomas Höft nach dem Kinderbuch von Erich Kästner das Libretto geschrieben hat, gibt Eröd mehr als 40 Jahre nach seiner im Theater an der Wien uraufgeführten ersten Oper "Die Seidenraupen" quasi sein Comeback auf der Opernbühne. Für 6- bis 12-Jährige zu schreiben, ändere manches, sagt Eröd: "Das Zielpublikum ist ja entscheidend. Was Kinder noch nicht gelernt haben, ist Reflexion. Aber am besten kann man für Kinder komponieren, wenn man sich auch selbst als Kind fühlen kann."
"Pünktchen und Anton" ist ein Auftragswerk der Staatsoper. Dass Staatsopern-Direktor Ioan Holender der Bitte Eröds nachgekommen ist, eine Rolle dabei zu übernehmen, verleiht der Produktion eine besondere Note. Bariton Holender singt den vielbeschäftigten Spazierstockfabrikanten Pogge, den Vater des Pünktchen genannten Mädchens. "Diese Rolle ist praktisch die Hauptrolle geworden. Sie ist wirklich schwer", versicherte der Direktor.
Wie beurteilt der Komponist die Leistung des Direktors? Eröd lacht: "Ich werde mich, noch dazu vor der Premiere, sicher nicht über einzelne Künstler äußern! Schreiben Sie, dass ich mit der Besetzung und der Probenarbeit sehr zufrieden bin. Und dass die Inszenierung sehr gut zu werden verspricht."















