Österreich lockt mit Multimedia und Kunstschnee
Erfolgreicher Start am ersten Tag der Weltausstellung in Shanghai.
Auf reges Interesse ist am ersten Tag der Shanghaier Expo 2010 der Österreich-Pavillon gestoßen. Vor dem im "Europa-Viertel" bei der Lupu-Brücke gelegenen Gebäude standen die Besucher in der prallen Sonne Schlange, um in das mit modernster Multimedia-Technik ausgestattete Gebäude eingelassen zu werden. Der Besucherandrang auf dem mehr als fünf Quadratmeter großen Festgelände war groß und die für Samstag vorgesehenen 500.000 Tickets waren ausverkauft - die Gunst der Besucher verteilte sich aber durchaus ungleich.
Besonders lang fielen die Besucherschlangen beispielsweise beim französischen Pavillon aus, andere Angebote fanden am ersten Ausstellungstag nur wenig Beachtung. Dass das Interesse nicht unbedingt proportional zur Größe des Landes ansteigt, demonstrierten neben Österreich auch die Auftritte der Schweiz und Dänemarks, die die Renner der ersten Ausstellungsstunden waren.
Der vom Architekturbüro SPAN & Zeytinoglu entworfene, 2.000 Quadratmeter große Österreich-Pavillon ist mit interaktiver Multimediatechnik vollgestopft, Exponate und andere klassische Ausstellungselemente gibt es fast keine. Mit Projektoren werden Wände, Fußböden und Decken bespielt, Sensoren sorgen dafür, dass die Besucher die Bilder, an denen sie vorbeiziehen, beeinflussen können: In der gekühlten "Bergzone" im ersten Ausstellungsraum kann man etwa mit Schneebällen aus Kunstschnee werfen - und damit Steinböcke herbeizaubern oder eine (virtuelle) Lawine auslösen.
Neben der Bergzone bietet der Österreich-Pavillon den Wald, das Wasser und die Stadt als "Erlebniszonen" - letztere mit den klassischen Themen des Stadt-Tourismus - von Musikkonzerten über die Architektur bis zur "Reblaus". Gestaltet wurden die aufwendigen Videoinstallationen von Media-Künstler Oliver Irschitz.
Der österreichische Auftritt auf der Expo 2010 hat mit 16 Mio. Euro das Vierfache des Auftritts im spanischen Saragossa und mehr als das Doppelte der Präsenz im japanischen Aichi gekostet - eine gute Investition, wie Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (V) und Expo-Regierungskommissar Hannes Androsch bei der Eröffnung des Pavillons am Samstag betonten. Der Pavillon sei nicht dazu da, um einzelne Produkte zu verkaufen, "sondern so etwas wie eine Duftblume abzugeben, um das in der Jägersprache auszudrücken", sagte Androsch. "Wenn wir das nicht tun, haben wir keine Chance."
Speziell im touristischen Bereich wittern die Österreicher noch ungenutzte Chancen - 2009 gab es in Österreich nicht mehr als 150.000 Ankünfte aus China -, das Potenzial sieht man noch lange nicht als ausgeschöpft.
Größten Zuspruchs erfreute sich am ersten Tag auch der Schweizer Pavillon, für den das Nachbarland auch umgerechnet 16 Mio. Euro ausgegeben hat. Die Schweizer Hauptattraktion: ein Sessellift, der den Besucher auf eine "Alm" bringt, von der er statt Berggipfeln die Skyline Shanghais überblicken kann.














