Schallaburg entführt mit Ausstellung in die 1960er
Mauerbau, Kubakrise, Vietnam, Prager Frühling, Mondlandung, Woodstock, Hippies: Den legendären 1960er-Jahren mit ihren großen gesellschaftlichen Veränderungen ist die diesjährige Ausstellung auf der Schallaburg in Niederösterreich gewidmet. "Die 60er. Beatles, Pille und Revolte" lassen das kultige Jahrzehnt mit rund 1.000 Exponaten auf spannende und zugleich amüsante Weise Revue passieren.
"Puppet on a String" der Eurovision Song-Contestgewinnerin 1967, Sandy Shaw, erklingt im ersten der 23 Ausstellungsräume, während der Besucher u.a. anhand von Schwarzweiß-Filmen Politik und Weltbewegendes im Zeitraffer wie etwa über Jury Gagarin, den ersten Menschen im All, erfährt. Den Gang zum nächsten Raum zieren u.a. Bilder von Otto Mühl, die Schah Reza Pahlavi und Farah Diba oder Ho Tschih Minh zeigen.
80 Prozent der gezeigten Stücke stammen von privaten Leihgebern. Zu bestaunen sind eine Original-Pillenpackung ebenso wie vier Mondgesteinsplitter (aus dem Technischen Museum, Wien). Ein Highlight ist eine handsignierte Gitarre von Jimi Hendrix aus 1967.
Für die damals Jungen werde die Schau besonders interessant sein, erinnerte sich Landeshauptmann Pröll am Freitag vor der Eröffnung etwa daran, dass ihn persönlich die Niederschlagung des Prager Frühlings durch russische Panzer wie ein "brutaler Hammerschlag" getroffen hatte. Pröll rief aber auch die gesellschaftliche Entwicklung in Sachen Emanzipation ins Gedächtnis.
Die Ausstellung richtet den Fokus auch auf Ikonen des Jahrzehnts - von Papst Johannes XXIII. über Marilyn Monroe bis zu Christiaan Barnard, dem die erste Herztransplantation gelang. "Das schillernde Jahrzehnt hat Türen aufgemacht", so Kurator Etzlstorfer. Er hat in den jeweiligen Räumen - auf insgesamt 1.300 Quadratmetern Fläche - Themenschwerpunkte gesetzt. Und beschrieb augenzwinkernd das Feeling beim Durchwandern der Räume mit einem Zitat, wonach Nostalgie die Fähigkeit sei, "darüber zu trauern, dass es nicht mehr so ist wie es nie war".














