Viel Applaus für Operette aus KZ

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Viel Applaus für ein außergewöhnliches musikalisches Ereignis: Eine im früheren Konzentrationslager Ravensbrück geschriebene Operette ist 66 Jahre später am Ort ihres Entstehens aufgeführt worden. Etwa 400 Zuschauer, darunter KZ-Überlebende, verfolgten am Samstag in der Brandenburger Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück die berührende, fast zweistündige Aufführung von "Le Verfügbar aux enfers".
Geschrieben worden war das Stück 1944 von der Französin Germaine Tillion (1907-2008), die die Nationalsozialisten von 1943 bis 1945 in dem Frauen-KZ eingesperrt hatten. Die Operette thematisiert mit bitterer Ironie den täglichen Überlebenskampf im Lager, Willkür, Hunger und Gewalt, aber auch die Hoffnungen, Träume und Solidarität unter den "Verfügbaren".
So wurden in dem einstigen KZ bei Fürstenberg die Gefangenen genannt, die keinem festen Arbeitskommando angehörten. Nach Angaben von Gedenkstättenleiterin Insa Eschebach mussten sie zum Beispiel in der Textilproduktion arbeiten. 1944 schrieb die "Verfügbare" Tillion heimlich die Texte für ihre Operette in ein Heft. Dabei wurde sie von ihren Leidensgenossinnen geschützt und versteckt.
"Diese Aufführung ist beispiellos", sagte Eschebach zu Beginn. An dem Ort des Leidens verschränkten sich Vergangenheit und Gegenwart. Auf der Freiluftbühne standen Sängerinnen des Pariser Théâtre du Châtelet, die von einem Chor und der Jungen Philharmonie Brandenburg begleitet wurden. Tillions Texte wurden zum Beispiel mit Chansons oder dem Trauermarsch von Frédéric Chopin unterlegt.
Seine Uraufführung erlebte die Operette 2007 in Paris im Théâtre du Châtelet anlässlich des 100. Geburtstages Tillions. Am authentischen Ort war sie am Samstag erstmals anlässlich der aktuellen Feiern zum 65. Jahrestag der Befreiung der KZ-Häftlinge im April 1945 zu sehen. In Ravensbrück waren rund 152.000 Menschen inhaftiert, Zehntausende überlebten die Qualen nicht.













