Seidiger Netrebko-Glanz für "La Boheme"

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"Alle sind da und lächeln mir zu", singt die todgeweihte Mimi mit ihren letzten, von Puccini noch einmal ins dramatische Aufbäumen geführten Atemzügen. Anna Netrebko, die eine ihrer Paraderollen am Ostermontag endlich auch im Haus am Ring zum gewohnt Besten gab, hätte von sich selbst sprechen können: Alle waren für sie gekommen, lächelten und jubelten ihr zu.
Mit Piotr Beczala, der als Rodolfo ebenfalls sein Rollendebüt an der Staatsoper gab und die Publikumssympathie mit seiner lebhaften Darstellung im Sturm nahm, hat Netrebko die Partie schon an der Met gesungen. Als starkes Duo über alle stimmlichen Höhen und Tiefen sorgten die beiden für eine glänzende "La Boheme".
Gar nicht Diva ist Netrebko als Mimi: Schüchtern, träumerisch, mit gesenktem Kopf, großen Augen und scheuem Lächeln gewinnt sie die Liebe Rodolfos - und überstrahlt, blass im grauen Kleid vom Hintertisch, auch die grell kostümierte, lautstarke Musetta (Anita Hartig mit solider Leistung). Die Zartheit in Haltung und Ausdruck verliert sie auch dann nicht, wenn sie mühelos den ganzen Saal füllt mit ihrem seidigen Timbre. An der Partie, die Anna Netrebko nicht zuletzt in Robert Dornhelms Opernverfilmung sang, konnte sie in der glamourfreien Bühne der Zeffirelli-Inszenierung einmal mehr ihre unbestechliche stimmliche Autorität und darstellerische Reife unter Beweis stellen.













