Alexander reitet wieder
Auf den Spuren Alexanders des Großen wandelt die kulturhistorische Ausstellung in der Kunsthalle Leoben, die am 20. März eröffnet wird.

Foto © Andreas SchöberlHoch zu Ross: Der Bronzeguss von Alexander dem Großen stammt aus Herculaneum in Italien
Als Alexander der Große im vierten Jahrhundert vor Christi von Griechenland gen Osten zog, folgten ihm Zehntausende Anhänger. Krieger, Versorgungstrupp, Frauen. Elf Jahre dauerte das Himmelfahrtskommando, das über Kleinasien, die Levante und Ägypten, durch Mesopotamien und das Reich der Perser bis nach Indien führte. Erst am Hindukusch hatte Alexander seinen persönlichen Horizont erreicht. Keiner der Truppe sah seine Heimat je wieder. Dafür wurden etwa 10.000 Kinder während dieser Reise gezeugt.
Die markanten Spuren, die Alexander und sein Heer auf den 32.000 Kilometern ihres Weges hinterließen, werden ab Sonntag, dem 21. März, in der Kunsthalle Leoben eindrucksvoll in Szene gesetzt - in Kooperation mit dem Kunsthistorischen Museum Wien. Mehr als 300 Exponate werfen Blitzlichter auf wichtige Stationen von Alexanders ausgedehntem Feldzug.
Im Zentrum der Ausstellung stehen allerdings die kulturellen Umbrüche, die durch den hellenistischen Einfluss in den durchkreuzten Regionen und Lebenswelten aufgeworfen wurden und bis heute nachwirken.
Charisma
Aber auch der Blick auf die Person und Persönlichkeit Alexanders selbst wird geschärft: "Er muss ein unglaubliches Charisma gehabt haben. Man muss sich vorstellen, als Alexander losgezogen ist, war er gerade einmal 20 Jahre alt. Zehntausende sind ihm gefolgt. Ohne ihn als führende Persönlichkeit wäre der ganze Feldzug mit Sicherheit zerfallen", erklärt Susanne Leitner-Böchzelt, Leiterin der Kunsthalle Leoben, die die Fäden für die Ausstellung "Alexander der Große und die Öffnung der Welt" mit ihrem Team zu einem stimmigen Ensemble verwob.
Die Exponate, die in Leoben auf 1200 Quadratmetern Ausstellungsfläche zu sehen sind, stammen von 30 internationalen Museen und 35 Leihgebern aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Russland, Afghanistan und Tadschikistan.
"Die Koordination war eine der größten Herausforderungen. Die Ausstellung ist vorher im Reiss-Engelhorn Museum in Mannheim gelaufen. Sie hatte 175.000 Besucher und ist ,direttissima' zu uns gekommen. Das hat uns die Arbeit erleichtert", führt Leitner-Böchzelt aus. In dieser Zusammenstellung wird die Schau nach ihrem Stopp in der Kunsthalle Leoben nicht mehr zu sehen sein. "Es war schon schwierig, nach Mannheim überhaupt noch eine zweite Station herauszuschlagen", merkt Leitner-Böchzelt an.
Deutlich wird der hellenistische Einfluss etwa in Darstellungen Buddhas: "Erst dadurch haben sie Gestalt angenommen. Vor Alexander wurden nur die Fußabdrücke Buddhas als Lotusblüten dargestellt." Der griechischen Kultur selbst sei bewusst kleinerer Raum gegeben worden, mehr der seiner Feinde: etwa der Babylonier, deren Raum in der Ausstellung Architekt Arno Grünberger im schimmernden Blau des für Babylonien typischen Lapislazuli gehalten hat.
Features
Fotoserie
Info
Wann? Die Ausstellung läuft vom 21. März bis zum 1. November.
Wo? Kunsthalle Leoben in der Kirchgasse 6.
Was? Die Ausstellung folgt dem legendären Weg Alexanders des Großen in den Osten, schildert das Aufeinandertreffen der griechischen Kultur mit der persischen Lebenswelt und lokalen Traditionen Zentralasiens.
Offizielle Eröffnung: Samstag, 20. März, 15 Uhr.
Täglich geöffnet von 9 bis 18 Uhr.
Infos: Tel. (0 38 42) 4062-408.
www.kunsthalle-leoben.at














