Modersohn-Becker-Retrospektive in Kunsthalle Krems
Im Mittelpunkt der Frühjahrsausstellung in der Kunsthalle Krems steht das Werk von Paula Modersohn-Becker (1867-1907). In der mit internationalen Leihgaben bestückten Schau, die am Samstag eröffnet wird, sind 85 Gemälde sowie 60 Zeichnungen und Pastelle zu sehen. Ebenfalls in der Kunsthalle gezeigt werden Porträtfotos des in Düsseldorf lebenden Oberösterreichers Bernhard Fuchs.
"Ich weiß, ich werde nicht sehr lange leben. Aber ist das denn traurig? Ist ein Fest schöner, weil es länger ist?", fragte Paula Modersohn ahnungsvoll bereits im Jahr 1900. Sieben Jahre später verstarb sie im Kindbett an einer Embolie. Schon als Jugendliche hatte sie sich ganz ihrer Kunst gewidmet, schloss sich 1898 der Künstlerkolonie in Worpswede an, pflegte freundschaftlichen Kontakt u.a. mit Rainer Maria Rilke, verließ Mann und Stieftochter zum Unmut der Familie und ging nach Paris, um doch bald darauf zurückzukehren: Eine für damalige Zeiten unkonventionelle Biografie. Ihr Werk hingegen wurde erst posthum entdeckt, zu Lebzeiten verkaufte sie gerade einmal drei Arbeiten. Heute gilt sie als Wegbereiterin der Moderne.
"Dunkel und soßig" empfand sie die Bilder der Worpsweder Zeit im Nachhinein - ein Eindruck, den der heutige Betrachter gelegentlich teilen mag, vor allem bei den Landschaften. Modersohns Stärke liegt in den Porträts, von Charakterstudien zerfurchter Bauerngesichter über Antlitze junger Mädchen bis zum Halbakt "Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag", der nach verbreiteter Interpretation den Wunsch nach einer Schwangerschaft andeutet und in den vergangenen 100 Jahren nur ein einziges Mal verliehen worden ist. Im Vortragssaal wird der Film "Paula Modersohn-Becker, Ein Atemzug ... Von der Antike zur Moderne" von Nathalie David präsentiert.













