Scala kündigt Comeback von Abbado an
Der italienische Dirigent Claudio Abbado wird am 4. und am 6. Juni nach 24 Jahren wieder das Orchester an der Scala dirigieren. Sein Honorar für den Auftritt: 90.000 Bäume, die in Mailand gepflanzt werden.

Foto © APAClaudio Abbado
Der Musiker plant sein Comeback mit Mahlers zweiter Symphonie, die er bereits bei seinem Debüt an der Scala im Jahr 1963 dirigiert hat, teilte das Mailänder Opernhaus in einer Presseaussendung mit. Anlass ist der 150. Jahrestag der Geburt des österreichischen Komponisten.
Abbado wird das Philharmonische Orchester der Scala, das Mozart-Orchester, den Chor der Scala und des Schwedischen Radios, sowie den Arnold Schönberg-Chor dirigieren. Auftreten werden die Sopranistin Rachel Harnisch und die Altistin Anna Larsson. Die Karten für Abbados Konzerte werden vom 9. bis 12. April im Internet erhältlich sein, 140 Plätze werden nach Tradition des Hauses zwei Stunden vor der Aufführung für zwölf Euro verkauft.
Hobbygärtner
90.000 Bäume, die in Mailand gepflanzt werden sollen, sind Abbados ungewöhnliches Honorar für seine Rückkehr. Am Donnerstag wird deshalb die Mailänder Bürgermeisterin Letizia Moratti den Architekten Renzo Piano treffen, der im Auftrag Abbados rund 70 Bäume auf dem Mailänder Domplatz pflanzen will. Weitere Bäume sollen in zehn verschiedenen kleinen Wäldern rund um die lombardische Hauptstadt und in einigen Parks gepflanzt werden. Abbado war von 1968 bis 1986 Chefdirigent am berühmten Opernhaus. Er ist Naturliebhaber und leidenschaftlicher Hobby-Gärtner.
1986 hatte Abbado im Streit mit dem Opernhaus die Musikleitung der Scala abgegeben. Seitdem hat er das Orchester des Theaters nicht mehr dirigiert, allerdings Auftritte der Wiener und Berliner Philharmoniker (zuletzt 1993) dort geleitet.















