Festspiele - Peter Stein: Alle haben davon gewusst

Foto © APAPeter Stein mit Klaus Maria Brandauer bei der Überreichung der Ehrenmedaille der Stadt Wien an Brandauer
Peter Stein, ehemaliger Schauspiel-Chef der Salzburger Festspiele, erklärte zu den Aussagen, der gefeuerte technische Direktor der Salzburger Sommerspiele, Klaus Kretschmer, sei ein Einzeltäter gewesen und keiner hätte davon gewusst: "Alle haben das lange Zeit gewusst und die Augen zugemacht. Salzburg ist eine kleine Stadt, da hackt eine Krähe der anderen nicht ein Auge aus", so der Regisseur.
"Alle nehmen sich da ein bisschen die Gelder zur Brust, das ist eine typische Salzburger Verhaltensweise", sagte Stein gegenüber der Tageszeitung "Österreich". "Ich habe den technischen Direktor Klaus Kretschmer schon 1994 als ,Mister 10 Prozent' bezeichnet'", so Stein.
"Diese technischen Direktoren haben große Gelder zu verwalten, und da lassen sie sich halt zehn Prozent Provision auszahlen. Das ist Bestandteil des subventionierten Systems." Dass man in Salzburg erst jetzt aufdecke, liege daran, "dass man (Michael) Dewitte raushaben und mehr Geld für die Berliner Philharmoniker wollte. Ich fand dessen Arbeitsweise ganz in Ordnung. Dass er sich für sein Privatbudget bedient hat, ist freilich enttäuschend", so der ehemalige Schauspiel-Chef.
Das Hauptproblem in Salzburg sei die persönliche Bereicherung. "Das sind Leute, die mit Geld nicht umgehen können. Aber das ist eher das Thema einer kulturgeschichtlichen Untersuchung", meinte Stein.














