Aufregung um Grab von Ingeborg Bachmann
Seit Jahrzehnten gibt es Diskussionen um das Grab der 1973 gestorbenen Klagenfurter Dichterin Ingeborg Bachmann. Sie wurde am Friedhof in Annabichl beigesetzt, mehrmals wollte die Stadt die Ruhestätte zu einem Ehrengrab erklären. Doch die Familie Bachmanns zierte sich. Im vergangenen Jahr musste das bereits sehr desolate Grab saniert werden, was auch geschah. Nun gibt es neuerlich Aufregung.
Im Sommer 2009 traf der für das Friedhofswesen zuständige Stadtrat Wolfgang Germ (FPK) mit Bachmann-Schwester Isolde Moser am Friedhof zusammen. "Ich habe einen Kostenvoranschlag mitgebracht, die Stadt hat sich bereiterklärt, die Rechnung von gut 4.000 Euro zu übernehmen", erklärte er am Samstag auf APA-Anfrage. Moser sei mit ihrem Sohn bei dieser Besprechung gewesen, beide hätten den Kostenvoranschlag gelesen, Moser habe ihn schließlich auch unterschrieben. Den nun geäußerten Vorwurf, die Frau hätte das Papier gar nicht lesen können, weil sie keine Brille mitgehabt hätte, weist Germ zurück.
Nun wird der alte Grabstein aus Carrara-Marmor zum Stein des Anstoßes. Friedhofsverwaltung und ein Steinmetz hätten ihm bestätigt, dass der Stein nicht mehr sanierbar sei, weil er bereits viel zu spröde gewesen wäre, so Germ. Im Kostenvoranschlag sei daher auch vermerkt gewesen, dass der Stein durch einen Block aus Krastaler Rauchkristall-Marmor ersetzt werde. Jetzt beklagt Moser das Verschwinden des alten Steins, dieser sei der Familie wichtig gewesen, "weil wir damit eine Verbindung zu Italien herstellen wollten", wie sie der "Kleinen Zeitung" sagte. Jetzt sei sie verzweifelt, der alte Stein sei entsorgt, dies sei so nicht vereinbart gewesen.
Germ wiederum will die Aufregung nicht verstehen: "Ich habe nach Abschluss der Arbeiten ein Dankschreiben der Familie erhalten, das ich zum Glück aufgehoben habe. Darin gibt es kein Wort der Kritik." Er vermutet Differenzen zwischen den einzelnen Familienmitgliedern.















