Kulturhauptstadt Ruhr.2010 startklar
Mit "starken Bildern" feiern 53 Städte zusammen den Abschied von den alten Klischees des "grauen Kohlepotts". Dreh- und Angelpunkt ist dabei Essen. Herbert Grönemeyer hat eine eigene Hymne komponiert, die er zur Eröffnung live performt.

Foto © APADie theatrale Installation 'Engel über Zollverein' ist Teil der Eröffnungsfeier
Nach dreijähriger Vorbereitungszeit steht das Programm der Kulturhauptstadt 2010 im Ruhrgebiet. "Es ist angerichtet", sagte Ruhr-2010-Chef Fritz Pleitgen an der Essener Zeche Zollverein. Das Festival startet dort am 9. und 10. Jänner mit einem Festakt mit dem deutschen Bundespräsidenten Köhler und EU-Kommissionspräsident Barroso unter freiem Himmel.
"Bochum"
Das Lied von Grönemeyer über seine Heimatstadt, gilt als das bisher bekannteste Popstück über das Ruhrgebiet.
Dabei wird auch erstmals Herbert Grönemeyers Kulturhauptstadt-Lied "Komm zur Ruhr" gespielt. Pleitgen sprach von einer "echten Revier-Hymne, die das Zeug hat, nach 25 Jahren "Bochum" als Erkennungslied des Ruhrgebiets abzulösen". Anschließend öffnet die Zeche zu einem zweitägigen Volksfest bei freiem Eintritt. "Wir machen Kulturhauptstadt für alle", betonte Pleitgen - daher auch das Risiko einer Eröffnung unter freiem Himmel. Ein Fest im abgeschlossenen Saal hätte dazu nicht gepasst, so der Ruhr.2010-Chef.
53 Städte
All jenen, die bei ihren bisherigen Kulturhauptstadt-Besuchen auf kompakten Städte-Tourismus gesetzt haben, steht im Jahr 2010 ein Wandel bevor: Zumindest, wenn man neben Pecs und Istanbul auch den deutschen Beitrag nicht versäumen will. Ruhr.2010 setzt auf die Einbindung einer ganzen Region - 53 Städte feiern zusammen. Dreh- und Angelpunkt ist dabei Essen, das sich stellvertretend für die ganze Region mit ihren 5,3 Millionen Einwohnern als Kulturhauptstadt beworben hat. Hierzulande wird das Ruhrgebiet kulturell hauptsächlich mit der Ruhrtriennale, dem Schauspielhaus Bochum und den Ruhrfestspielen Recklinghausen verbunden.
Zu dem einjährigen Festival mit einem Etat von gut 62 Millionen Euro erwarten die Organisatoren rund fünf Millionen Besucher. Geplant sind hochkarätige Veranstaltungsreihen in Museen, Theatern und Konzertsälen und Volkstümliches wie ein gemeinsamer Gesangstag mit 65.000-Stimmen-Konzert im Stadion auf Schalke. Pleitgen verspricht "starke Bilder", die die alten und falschen Klischees des "grauen Kohlepotts" ablösen.
Fotoserie
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Wirtschaftskrise
Doch auch an der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 ist die Finanzkrise nicht spurlos vorübergegangen. Angesichts der knappen Kasse musste mit der Öffnung der Zeche Zollverein 1.000 Meter unter Tage für Besucher eines der Schlüsselprojekte begraben werden, eine groß angelegte Religionenausstellung wurde gestrichen. Gerettet wurde hingegen das Vorzeigeprojekt "Schachtzeichen": Große gelbe Gasballons über den ehemaligen Förderanlagen im ganzen Revier sollen sogar im Weltall zu sehen sein.
















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