Frauen in der NS-Zeit
"Wilde Minze": Villacher Dokumentarfilm arbeitete Geschehnisse des Jahres 1944 auf.
Mit ihrer 85-minütigen Doku "Wilde Minze" haben die Filmemacherin Jenny Gand und die Historikerin Lisa Rettl ein aufregendes Stück Zeitgeschichte aufgearbeitet. Der Film gibt vor allem weiblichen Erfahrungen aus der NS-Zeit eine Stimme und rückt jene Frauen in den Vordergrund, die durch ihre Unterstützung von Deserteuren selbst Opfer der NS-Justiz wurden.
Helga Emperger
Im Mittelpunkt des Streifens steht die heute 80-jährigen Villacherin Helga Emperger, die mit 16 nur knapp einem Todesurteil durch die NS-Gerichtsbarkeit entging, deren Mutter, Maria Peskoller, hingegen hingerichtet wurde. Der Film erzählt die Geschichte einer Mutter-Tochter-Beziehung über den Tod hinaus. "Sie hat mir ein Leben lang gefehlt", sagt Emperger über den Verlust ihrer Mutter, die am 23. Dezember 1944 mit sieben anderen Verurteilten hingerichtet wurde. Die besondere Aktualität des Films, der am 6. November (18 Uhr) im Villacher Filmstudio präsentiert wird, ergibt sich aus dem im Dezember in Kraft tretenden Gesetz, mit dem sämtliche Urteile des Volksgerichtshofes und der NS-Sondergerichte pauschal aufgehoben werden.















