Überreste australischer Ureinwohner dürfen "heim"

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Am Freitag musste im Naturhistorischen Museum (NHM) Wien das strikte Rauchverbot kurzfristig aussetzen. Grund dafür war eine traditionelle Rauch-Zeremonie, bevor die Überreste von 17 indigenen australischen Ureinwohnern (Aborigines und Torres Strait Islander Gemeinschaften) ihre Heimreise antreten konnten. Sie wurden einer australischen Delegation übergeben.
Laut dem Glauben der australischen Ureinwohner finden die Seelen der Verstorbenen keine Ruhe, solange die Überreste fern der Heimat sind. "Nun können unsere Vorfahren schlafen", sagte ein Vertreter der Ureinwohner in einer eingespielten Videobotschaft. Die Rückgabe der Überreste sei aber auch wichtig, um den Menschen zu zeigen, dass ihre Vorfahren nicht länger gesammelt und untersucht werden, sagte Anthropologin Maria Teschler-Nicola vom NHM bei der Übergabe.
Um die menschlichen Überreste vor der Fahrt zu reinigen, führte eine Delegation von australischen Ureinwohnern ein Rauch-Ritual durch, bei dem Pflanzen aus der Heimat der Verstorbenen verbrannt wurden. Die Rückgabe sei ein "wichtiger, spiritueller Event", sagte ein Vertreter der Goorenpul Community of Moreton Bay, Queensland.
Die Knochen und Schädel wurden laut Recherchen des NHM und des Pathologisch Anatomischen Bundesmuseums zwischen 1877 und 1935 gesammelt. Seit Mitte der 1990er Jahre gibt es Bestrebungen Australiens, dass die Überreste repatriiert werden. Nach eingehenden Recherchen über die Sammlungsaufzeichnungen wurden die Pläne dann 2007 konkret.
Seit dem Jahr 1990 wurden laut Informationen der australischen Botschaft bereits 1.150 Überreste indigener Ureinwohner nach Australien rückgeführt. Nach wie vor seien mehr als 900 Überreste indigener Ureinwohner Teil von Museumsbeständen in der ganzen Welt, insbesondere in Museen in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Polen und den USA.















