Prominente gegen Gazprom-Turmbau in St. Petersburg

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St. Petersburgs malerische Silhouette soll sich wegen eines 400 Meter hohen Wolkenkratzers des russischen Gasriesen Gazprom schon bald dramatisch verändern. Trotz Warnungen des Welterbe-Komitees der UNESCO haben die Behörden der zweitgrößten russischen Stadt das umstrittene Bauvorhaben genehmigt. Anrainer und Proteste laufen gegen die Entscheidung Sturm.
Mitten im alten Stadtkern der von Peter dem Großen 1703 am Ufer der Newa gegründeten Stadt soll der "Ochta-Turm" im Stil eines gläsernen Pfeils in die Wolken ragen - als Stolz der Energiegroßmacht Russland. Dagegen haben sich nun Prominente mit einem Protestbrief an Kremlchef Dmitri Medwedew gewandt. "Der Turm würde die historische Gestalt und die gesamte Silhouette der Stadt zerstören", heißt es in dem Schreiben von Malern, Musikern und Regisseuren.
Auch Box-Weltmeister Nikolai Walujew habe unterschrieben, meldete die Agentur Interfax. St. Petersburg drohe durch den Turm, seinen Status als UNESCO-Weltkulturerbe zu verlieren. "Wir bitten Sie, sich unverzüglich in die Bauplanung einzumischen und diese Gesetzlosigkeit nicht zuzulassen", appellieren die Verfasser an den Kremlchef. Das Projekt soll bis 2016 für umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro gebaut werden. Da Medwedew vor seinem Amtsantritt im Kreml Aufsichtsratschef bei Gazprom war, geben politische Beobachter in Moskau dem Protestbrief nur geringe Chancen. Bisher durften in St. Petersburg nur Gebäude errichtet werden, die nicht höher als 100 Meter sind.
Zu dem Tower am Flussufer der Newa gehört nach Angaben der Bauherren auch ein großes Wirtschaftszentrum, das wie das Gesamtvorhaben vom internationalen Architektenbüro RMJM entworfen wurde. Die Stadt erhofft sich vom Umzug der Gazprom-Zentrale von Moskau Steuermehreinnahmen in Milliardenhöhe.















