Troja-Ausgräber finden Doppelgrab aus Bronzezeit
In der legendären antiken Stadt Troja in der heutigen Türkei haben Tübinger Archäologen ein Doppelgrab aus der Spätbronzezeit (1650 bis 1200 v.Chr.) entdeckt. Der Fund wird als besonders bedeutsam eingestuft, weil die Gräber in unmittelbarer Nähe zu dem Graben liegen, der nach Einschätzung der Wissenschaftler die Unterstadt als Verteidigungsanlage umschlossen hatte.
Grabungsleiter Prof. Ernst Pernicka sagte am Donnerstag, die entdeckten Skelette stammten höchstwahrscheinlich von einem Mann und einer Frau. Auch sei der Zahn eines Kleinkindes gefunden worden.
Unklar ist nach Pernickas Worten bisher, ob die Toten vor dem Bau des Grabens oder aber danach bestattet wurden, worauf die in der Umgebung gefundene Keramik hindeutet. Sollten sie noch vor dem Bau des Grabens beerdigt worden sein, wäre es durchaus möglich, dass weitere Gräber in ihrer Nähe angelegt wurden. Das käme einer kleinen Sensation gleich, weil bisher in Troja kein größeres Gräberfeld gefunden wurde. Hätte man die Toten aber erst beerdigt, als der Graben bereits aufgefüllt war und die Stadt sich darüber hinaus erweitert hatte, wäre die Frage zu klären, warum die Toten "mitten in einem Wohngebiet bestattet wurden".
Wie die Universität Tübingen mitteilte, wurde bei der jüngsten Grabungskampagne zwischen Juli und September auch die Toranlage freigelegt, die die Archäologen im vergangenen Jahr als Übergang über den Verteidigungsgraben entdeckt hatten. Auch der weitere Verlauf des Grabens wurde durch Bohrungen bestimmt. Demnach erstreckte sich die Stadt nach Pernickas Worten in der Bronzezeit auf einer Fläche von rund 30 Hektar. Außerdem wurden weitere Belege dafür gefunden, das Troja in späterer Zeit über diese Fläche hinaus erweitert wurde.
Troja ist durch Homers Epos "Ilias" weltberühmt geworden. Darin schildert der Dichter den zehn Jahre währenden Krieg eines griechischen Heeres gegen die Stadt Troja im nordwestlichen Teil des heutigen Kleinasiens.














