Praemium Imperiale für Alfred Brendel
Der in mehreren Kategorien mit jeweils rund 111.000 Euro dotierte und von der Japan Art Association gestiftete Preis wird auch als "Nobelpreis der Künste" bezeichnet.

Foto © APHohe Auszeichnung für den österreichischen Pianisten
Der österreichische Pianist Alfred Brendel (78) und der britische Dramatiker Tom Stoppard gehören zu den Preisträgern des internationalen Kunst- und Kulturpreises Praemium Imperiale 2009 des japanischen Kaiserhauses.
Die weiteren Preisträger sind der japanische Fotograf Hiroshi Sugimoto, der britische Land-Art-Künstler Richard Long und die irakische Architektin Zaha Hadid. Sie werden für ihr Lebenswerk sowie ihren Einfluss auf die internationale Kunst und die gesellschaftliche Bedeutung ihrer Werke geehrt. Die diesjährigen Preisträger wurden am Donnerstag in der japanischen Botschaft in Berlin vom FDP-Politiker Otto Graf Lambsdorff in Anwesenheit des japanischen Prinzen Hitachi bekanntgegeben. Die feierliche Preisverleihung ist am 22. Oktober in Tokio.
Abschiedstournee
Der in London lebende Klaviervirtuose Brendel hatte im Dezember 2008 in Wien seine Abschiedstournee und damit nach 60 Jahren seine professionelle Karriere beendet. Am 5. Jänner 1931 in Wiesenberg in Nordmähren geboren, begann Brendel mit 17 Jahren seine internationale Karriere. In Graz studierte er am Konservatorium Klavier und Komposition, 1950 zog er nach Wien, Anfang der 70er Jahre ließ sich sich der Musiker in London nieder. Brendels Repertoire reicht von Bach bis Schönberg. Er hat als erster das Klavierwerk Beethovens in seiner Gesamtheit aufgenommen und war auch maßgeblich an der Neuentdeckung der Klavierwerke Liszts beteiligt. Als Schriftsteller trat Brendel mit musikalischen Essays und mehreren Gedichtbänden hervor. Aber auch Brendel ist literarisch verewigt: "Falter"-Herausgeber Armin Thurnher veröffentlichte mit "Der Übergänger" (Hanser) jüngst einen Roman, der von einem Journalisten handelt, der sein Leben dem Pianisten gewidmet hat und versucht, ein Interview mit ihm zu bekommen.
Zu den weiteren Preisträgern gehört Tom Stoppard, der als einer der wichtigsten modernen Dramatiker weltweit gewürdigt wird, für den Theater auch "intelligente Unterhaltung" sei. Auch sei der Dramatiker ein vehementer Verfechter der Menschenrechte. 1999 erhielt Stoppard einen Oscar für sein Drehbuch zum Film "Shakespeare in Love".
Die in Bagdad geborene und heute in ihrer Wahlheimat Großbritannien lebende Architektin Hadid wird für ihre "revolutionären Formen und Raumkonzepte ihrer Bauten" und ihre avantgardistischen Ideen ausgezeichnet. Der britische Künstler Long gilt als ein Hauptvertreter der in den 60er Jahren entstandenen Kunstströmung "Land Art".
Der mit 5 Millionen Yen (rund 37.000 Euro) dotierte Nachwuchspreis geht in diesem Jahr an das Ensemble Kremerata Baltica. Das 1997 von dem Geiger Gidon Kremer gegründete Kammerorchester vereint junge musikalische Talente aus den baltischen Staaten.














