Funkelndes Venedig, in Zink gegossen
Spitzenklasse zum Trigonale-Auftakt: Nuria Rial und "Les Cornets Noir" begeisterten.
Vor ein paar Monaten habe ihn ein Tenor angerufen und von den "beiden besten Zinkspielern" vorgeschwärmt, die er je gehört habe. Und, so Robert Hollingworth in seinen launigen Eröffnungsworten beim Trigonale-Auftakt Freitagabend, schon seit Langem wolle er Nuria Rial hören: "Und Sie, glückliches Publikum, dürfen heute beides erleben", schwärmte der Dirigent, der heuer einer der künstlerischen Berater des Trigonale-Chefs Stefan Schweiger ist.
Glückliches Publikum
Und das Publikum durfte sich in der Tat glücklich schätzen im übervollen St. Veiter Rathaushof: Was die Sopranistin Nuria Rial und das Ensemble "Les Cornets Noir" boten, war schlicht Spitzenklasse und brachte die Musik einer Stadt zum Funkeln, deren Glanz längst am Verblassen ist. Im Mittelpunkt der musikalischen Reise stand Venedig und ihr Einfluss auf die Komponisten des 16. und 17. Jahrhunderts.
Und die schrieben nun einmal gerne für den Zink, ein äußerst schwierig zu spielendes Blasinstrument, das die "Les Cornets"-Zinkenisten Gebhard David und Bork-Frithjof Smith mit enormer Virtuosität handhaben. Wie überhaupt das Ensemble aus hervorragenden Musikern zusammengesetzt ist.
Und dazu noch Nuria Rial. Die bezaubernde spanische Sängerin begeisterte mit ihrem weichen, beweglichen und klaren Sopran, die schwerelose Virtuosität, mit der sie Tarquinio Merulas Wiegenlied "Ninna Nanna" in den Raum stellte, war schlicht berückend.
Kein Wunder also, dass das Publikum am Ende rundum glücklich war. Und das auch über einen weiteren Umstand: Auf Wunsch von Stefan Schweiger haben die Politiker auf Eröffnungsansprachen verzichtet und sich - statt geballt in der ersten Reihe zu sitzen - im "Volk" einen Platz gesucht.
Trigonale. Festival für Alte Musik. Bis 20. Sept. Infos: www.trigonale.at













