Struwwelpeter an der Burg weder Rock noch Horror
Am Ende flog der kleine Robert, der bei Wind und Wetter nicht brav zu Hause bleiben wollte, in einem wunderschönen melodiösen Song mit seinem grünen Regenschirm.

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Doch der gesamte "Struwwelpeter" wollte am Mittwoch bei seiner Premiere im Burgtheater nicht so recht abheben. Die Produktion war weder fetziges Rockkonzert noch zu Herzen gehende Auseinandersetzung mit Schwarzer Pädagogik.
Mit "Shockheaded Peter", der "Junk Opera" von Martyn Jacques, Julian Crouch und Phelim Mc Dermott, die das berüchtigte Kinderbuch von Heinrich Hoffmann zu einer bösen Horrorshow über das viktorianische England gemacht hatte , hat die Inszenierung von Stefan Pucher gar nichts mehr zu tun. Statt der schrillen Wanderbühnen-Ästhetik, in der die Tiger Lillies dem Publikum das Gruseln lehrten, regiert nun ein Stil-Mischmasch aus Musik-Gig, Stadttheater-Ambition und Video-Workshop.
Birgit Minichmayr hat eine aufregende Stimme und beachtliches musikalisches Talent. Die gemeinsam mit einer vierköpfigen Combo gebrachten zehn Songs haben jedoch nur eine geringe musikalische Bandbreite und verharren meist in balladeskem, melancholischem Sprechgesang, sind mehr Chansons als Rock-Songs und haben - wie eben beim "Flieger Robert" - nur selten eine überzeugende Melodie, die sich ohrwurmartig in die Gehörgänge schlängeln kann. Größere Bandbreite zeigt Minichmayr mit ihren ständig wechselnden Outfits zwischen Kleiner Prinz und Diva.
Videos zeigen vorgedrehte Familienszenen und altes Filmmaterial mit Größen wie James Stewart oder Robert Mitchum, Petra Morze und Michael Masula illustrieren in verzichtbaren Zwischenszenen den häuslichen Kleinfamilien-Schrecken, ein Quintett von in Schuluniformen gesteckten Kindern muss sich von Jacques Palminger als schleimigen Entertainer vorführen lassen.















