Frauenrechtlerin Kate Millett wird 75
Für die 1970er-Generation war Kate Milletts "Sexus und Herrschaft" das Manifest einer neuen Frauenbewegung.
Als Dissertation ("Sexual Politics") mit dem Untertitel "Die Tyrannei des Mannes in unserer Gesellschaft" geschrieben, wurde das Buch zur Bibel des Feminismus und eroberte weltweit die Bestsellerlisten. Derweil dozierte Millett an namhaften Universitäten, outete sich als bisexuell und schrieb über ihre Liebe zu einer jüngeren Frau in dem Roman "Sita". Am 14. September feiert sie ihren 75. Geburtstag.
Millett lebt in einer von ihr mitgegründeten Künstlerkolonie in Poughkeepsie (US-Bundesstaat New York), die sich vor allem durch die Zucht von Tannenbäumen über Wasser hält.
Die spätere Frauenrechtlerin kam 1934 in St. Paul (US-Bundesstaat Minnesota) zur Welt. Die Familie war streng katholisch. Ihr Vater, dessen Vorfahren noch in Irland gelebt hatten, arbeitete im Süden der USA, weit entfernt von der Familie, und trennte sich irgendwann ganz von Frau und Kindern. Kate, damals gerade 14 Jahre, stürzte sich in die Literatur.
Ihr erstes Diplom schaffte sie "magna cum laude". Von der britischen Oxford Universität wurde sie mit "First Class Honors" entlassen. In dem Buch, das sie berühmt machte, beschreibt Millett das Patriarchat als die älteste Form menschlicher Unterdrückung. Darin definiert sie sogar den Koitus als "Spiegelbild der institutionellen Ungleichheit" zwischen Mann und Frau.
Im Zentrum der Kritik
Kritiker warfen ihr später einen unstillbaren Redefluss vor, der inhaltlich weit zurück blieb. Milletts intime Schilderungen ihrer lesbischen Liebesbeziehungen gingen "nicht über die Gestaltungskraft eines sehr schlichten Unterhaltungsromans hinaus", hieß es. Als sich die Autorin später noch mit einem 16-jährigen Opfer brutaler Gewalt identifizierte und erklärte, sie selbst sei diese Silvia Likens, gingen noch mehr Anhänger der einst gefeierten Feministin auf Abstand.
Milletts Ehe mit dem japanischen Bildhauer Fumio Yoshimura ging 1985 in die Brüche. Ihre Familie brachte sie wegen ihrer manischen Depression in einer geschlossenen Anstalt unter. Diese Erfahrung beschreibt sie sehr eindrucksvoll in ihrer autobiografischen Reportage "The Loony-Bin Trip" ("Der Klapsmühlentrip") von 1990.
Zu Milletts literarischen Werken gehören außer "Sexus und Herrschaft" (1970) "The Prostitution Papers" (1973), "Flying" (1974), "Sita" (1977), "Going to Iran" (1982), "The Loony-Bin Trip" (1990) und "The Politics of Cruelty" (1994).














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