Komarek verabschiedet sich mit letztem "Polt"
"Polt." heißt der im Haymon Verlag erschienene neue Roman von Alfred Komarek, und der Punkt am Ende des Titels steht nicht von ungefähr: Mit dem letzten Polt-Krimi verabschiedet sich der Autor nicht nur vom Weinviertler Gendarmen, sondern vom Romanschreiben überhaupt. "Es schließen sich die Kreise", sagte Komarek im APA-Interview im Rahmen von "KunstWein" im niederösterreichischen Haugsdorf.
Die Kreise schließen sich nicht nur für Polt, der von der Gendarmerie, die nun Polizei ist, genug hat und Wirt wird. Und trotzdem hineingezogen wird in die Ermittlungen rund um jenen Toten, der im Weingarten seines Freundes gefunden wird. Kreise schließen sich auch für Komarek: "Ich habe 15 Jahre lang Romane geschrieben", sagte er am Samstag während des verregneten Auftakttages von "KunstWein". Aber "ich habe überhaupt keine Distanz zu meinen Figuren: Mir geht's genauso schlecht und gut, Gott sei Dank, und das Romanschreiben ist sowohl eine körperliche als auch seelische Schinderei für mich." Komarek wird beim Romanschreiben "asozial, ich lebe ungesund, verliere jedes Zeitgefühl". Diesen Stress "will ich mir nicht bis zum Ende meiner Tage antun", so der 1945 in Bad Aussee geborene Autor.
Daher will sich Komarek, der neben "Polt" vor allem mit den Salzkammergut-Romanen rund um Daniel Käfer Erfolg hatte, künftig der kleinen Form widmen, "mit der ich auch angefangen habe". Kurzgeschichten, etwa ein Projekt mit dem Arbeitstitel "Sieben seltsame Reisen", und kleine Bücher mit Österreich-Themen sollen es werden. "Das ist viel mehr meine Form als der lange Roman", so Komarek. "Ich will einen Krimi lieber in zwölf Zeilen erzählen." Aber Romane "haben mir meine Altersvorsorge ermöglicht."















