Schwere Zeiten für Annie Leibovitz
Seit dem Tod ihrer Lebensgefährtin Susan Sontag ist das Leben der Star-Fotografin aus dem Gleichgewicht geraten.

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Der 8. September wird ein entscheidender Tag für Annie Leibovitz: Bis dahin muss die Künstlerin 24 Millionen Dollar an das Finanzunternehmen Art Capital zurückzahlen. Bringt sie den Betrag nicht auf, so droht ihr die Pfändung ihres gesamten künstlerischen Nachlasses und ihrer Immobilien - die meisten davon in bester Lage in New York.
Viele fragen sich, wie es soweit kommen konnte, denn Leibovitz zählt nicht nur zu den erfolgreichsten, sondern auch den bestverdienenden Fotografinnen der Welt. Ihre regelmäßigen Aufträge von "Vogue" und "Vanity Fair" allein sichern ihr ein jährliches Millioneneinkommen.
Private Rückschläge
Leibovitz, die am 2. Oktober ihren 60. Geburtstag feiert, hat schwierige Zeiten hinter sich. Ihre Lebensgefährtin, die Autorin Susan Sontag, starb vor fünf Jahren. Mit ihren drei Kindern - dank Samenspende und Leihmutter - lebte das Paar eine intensive und innige Beziehung, die fast 20 Jahre lang gedauert hatte. Enge Freunde und Kenner sehen zum einen im Verlust ihrer Partnerin den Beginn der finanziellen Probleme, gleichzeitig gilt Leibovitz als besonders spendabel und großzügig Freunden und Bekannten gegenüber. Ein Teil ihrer Rücklagen fiel auch der Finanzkrise zum Opfer.
Ungeachtet der wirtschaftlichen Probleme, die im Zuge der Finanzkrise schlagend wurden, blickt Leibovitz auf eine eindrucksvolle Karriere zurück. Nach ihrem Studium Ende der 60er Jahre heuerte sie beim Musikmagazin "Rolling Stone" an und begleitete Stars wie die Rolling Stones auf ihren Tourneen. Intensive Jahre, die von Kokain-Partys und intensiven Begegnungen geprägt waren. Auf Anraten ihrer Mentorin unterzog sie sich erfolgreich einer Drogentherapie und begann ab Ende der 70er Jahre auch für das Magazin "Vanity Fair" zu arbeiten. Mit ihren ungewöhnlichen Star-Porträts gelang ihr schließlich der weltweite Durchbruch. Es folgten Ausstellungen und Foto-Bände, die ihren Status als Künstlerin festigten.
Zu ihren bekanntesten Werken zählen die Aktaufnahme der schwangeren Demi Moore, die letzten Aufnahmen von John Lennon und Yoko Ono vor dessen Ermordung und ihre Fotos für den Pirelli-Kalender. Mittlerweile zählt Leibovitz auch zahlreiche Firmen zu ihren Kunden, darunter Dove, Gap, American Express oder Louis Vuitton.

















