Verlorene Heimat bewahrt
Bei der 44. Kulturwoche, die auf Schloss Krastowitz eröffnet wurde, begeben sich die Gottscheer auf Spurensuche in ihrer alten Heimat.
Heimat ist nicht ein Land allein, sondern der Mensch, der es gestaltet. Dazu gehören Bräuche, Sitten, Glaube, Liedgut, Tracht und Sprache", sagte Viktor Michitsch, Vorsitzender der Gottscheer Landsmannschaft, anlässlich der Eröffnung der 44. Gottscheer Kulturwoche Montagabend auf Schloss Krastowitz bei Klagenfurt. Es stimmt schon: Die Gottscheer sind eine ganz besondere Gruppe, die ihre Wurzeln hegt und pflegt und deren eigentümliche Sprache in jenem 14. Jahrhundert verankert ist, in dem die ersten Gottscheer südöstlich von Laibach siedelten. "Unsere Sprache ist kein Dialekt. Ein Forscher hat einmal sogar erklärt, dass man, wenn man uns zuhört, wüsste, wie die Menschen im Mittelalter gesprochen haben", führte Michitsch aus.
Der Zusammenhalt unter den Gottscheern ist auch Jahrzehnte nach der Vertreibung aus der alten Heimat bemerkenswert. Wie Horst Krauland, Leiter der Kulturwoche, anführte, kamen heuer wieder Gottscheer aus aller Welt nach Kärnten. Etliche von ihnen scheuten den weiten Weg aus den USA oder Kanada nicht, um im Rahmen der Kulturwoche nach Spuren der deutschen Sprachinsel im heutigen Slowenien zu suchen. Zwei Tage wird eine Exkursion die Gottscheer ins ehemalige Gottscheer Land und in die Untersteiermark führen. Dort wollen sie früheres Kulturgut entdecken, obwohl - wie Krauland vermerkte - inzwischen nur mehr ein Bruchteil jener Kirchen, Kapellen, Bildstöcke, Friedhöfe und Gehöfte vorhanden ist.
Ehrung
Heimat ist ein zentraler Begriff im Gottscheer Denken und stand auch im Mittelpunkt der Festreden. Landeshauptmann Gerhard Dörfler erinnerte sich, wie er als Bub "aus dem Gurktal in die Großstadt Feldkirchen" kam und das als Verlust von Heimat empfand. Klagenfurts Vizebürgermeister Albert Gunzer betonte den Vorbildcharakter der Gottscheer durch ihr "Vorleben ihrer Werte und Traditionen". Heimo Schinnerl, Obmann der Kärntner Landsmannschaft, sagte, dass der Blick in die Vergangenheit den Blick für die Zukunft schärft.
Wie offen die Gottscheer trotz der Geschlossenheit ihrer Gruppe sind, bewies eine Ehrung. Kurt Predota erhielt die Ehrenmitgliedschaft - und er ist kein Gottscheer. Der Kärntner ehelichte jedoch eine Gottscheerin, bereicherte lange den Chor der Gottscheer Landsmannschaft und gilt - so Michitsch - "längst als Landsmann".














