Fahndung nach Brandstifter der Anne-Frank-Baracke
In der Baracke hatte das Mädchen zusammen mit seiner Schwester Margot und anderen jüdischen Menschen bis zur Deportation knapp vier Wochen lang Batterien montieren müssen.

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Nach der Zerstörung der einstigen KZ-Baracke, in der das jüdische Mädchen Anne Frank Zwangsarbeit für die Nazis leisten musste, fahndet die niederländische Polizei nach Brandstiftern. Zugleich wurden am Donnerstag Vermutungen laut, dass Rechtsextremisten die Baracke auf einem Bauerhof in der Gemeinde Veendam (Provinz Groningen) angezündet haben könnten. Eine Bestätigung dafür gab es nicht. Die Anti-Rassismus-Organisation Nederland Bekent Kleur (Niederlande bekennen Farbe) rief die Justiz aber auf, in dieser Richtung zu ermitteln.
Einige Zeit vor dem Brand in der Nacht zum vergangenen Sonntag hatten Unbekannte nach Angaben der Zeitung "de Volkskrant" in Veendam eine Moschee und das Gebäude einer türkischen Vereinigung mit rassistischen Losungen beschmiert. Polizeisprecher Martin Tillema erklärte, es sei völlig unklar, ob es einen Zusammenhang mit dem Brand gebe. "Erst wenn wir einen Täter haben, der uns etwas über sein Motiv sagt, wissen wir mehr." Bis dahin ermittle man in alle Richtungen.
Grober Unfug sei bisher nicht auszuschließen, sagte Tillema. Möglicherweise hätten Brandstifter gar nichts von der historischen Bedeutung der Baracke gewusst. In der Gemeinde seien in letzter Zeit mehrere einfache Gebäude angezündet worden, ohne dass es dabei einen politischen Hintergrund gegeben habe.
Ermittlungen
Die Ermittler gehen aber auch anonymen Äußerungen auf der Website der Regionalzeitung "Dagblad van het Noorden" nach. Dort hatte jemand in der vergangenen Woche gefordert, die Baracke "einfach anzuzünden". "Was gewesen ist, ist gewesen", hieß es in der Online-Zuschrift. Inzwischen erklärte der anonyme Verfasser, er habe keineswegs zu einer Brandstiftung aufrufen wollen.
Die Polizei wies zudem darauf hin, dass es "keine hundertprozentige Gewissheit" für eine gezielte Tat gebe. Die Untersuchung habe ergeben, dass es "wahrscheinlich keine technische Ursache für das Feuer gab". Die Bevölkerung sei aufgerufen worden, die Ermittlungen zu unterstützen.
Die nun zerstörte Baracke stand früher im Lager Westerbork (Provinz Drenthe), das von den deutschen Besatzern während des Zweiten Weltkrieges als Zwischenstation bei der Deportation von Juden in die Konzentrations- und Vernichtungslager genutzt wurde. Anne Frank, die posthum durch ihr in einem Amsterdamer Hinterhausversteck geschriebenes Tagebuch weltberühmt wurde, war im August 1944 mit ihrer Familie verraten und nach Westerbork gebracht worden.
Erst vor wenigen Wochen war angekündigt worden, dass das zuletzt als Scheune benutzte Gebäude wieder an seinen Originalplatz in Westerbork zurückkehren würde. Anne Frank war 1945 mit 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Typhus gestorben.















