Eva Wagner-Pasquier: Späte Rückkehr nach Bayreuth
Dass Eva Wagner-Pasquier (64) in diesem Jahr als Festspielleiterin in Bayreuth auftritt, hätte sie sich noch vor zwei Jahren wohl selbst kaum träumen lassen.

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Zu tief schien das Zerwürfnis mit Vater Wolfgang Wagner, der ihr noch einige Jahre zuvor brüsk die Befähigung als Festspielleiterin abgesprochen hatte. Doch dann starb überraschend im November 2007 Wagners zweite Ehefrau Gudrun. In der Folge kam es zu einer Annäherung zwischen dem greisen Vater und der Tochter aus seiner ersten Ehe. Auch Eva und ihre Halbschwester Katharina, die sich zuvor nur wenige Male getroffen hatten, freundeten sich an.
Am Ende stand eine überraschende Doppelbewerbung von Eva und Katharina; am 1. September 2008 wurden sie zu neuen Festspielleiterinnen gewählt. Für Eva Wagner-Pasquier war es das zweite Mal: Im März 2001 hatte sie der Stiftungsrat schon einmal gewählt, Wolfgang Wagner pochte damals jedoch auf seinen lebenslangen Vertrag und verhinderte die Machtübernahme seiner ältesten Tochter.
Ihre Karriere
Eva Wagner-Pasquier, die sich selten in der Öffentlichkeit zeigt, kennt schon aus ihrer Jugendzeit die besonderen Arbeitsbedingungen am Grünen Hügel. Sie war damals in vielen Bereichen im Festspielhaus aktiv, entdeckte den Tenor Peter Hofmann und war mitverantwortlich für die Rollenbesetzung und die Probenpläne für den "Jahrhundert- Ring" von Patrice Chereau im Jahr 1976. Nach der Scheidung Wolfgang Wagners von seiner ersten Frau Ellen Drexel im selben Jahr kam es auch zum Bruch zwischen Vater und Tochter.
Nach 1976 betreute sie bei der Münchner Produktionsfirma Unitel mehr als 30 Opern- und 120 Konzertfilme. 1984 setzte sich die versierte Kulturmanagerin unter 20 Bewerbern als Direktorin des Royal Opera House Covent Garden in London durch. 1987 wurde sie Programmdirektorin der neuen Pariser Bastille-Oper. In den 90er Jahren arbeitete sie unter anderem für das Teatro Real in Madrid und die New Yorker Metropolitan Opera. Seit 1997 wirkt sie als künstlerische Beraterin des Festivals von Aix-en-Provence und der Europäischen Musikakademie.















