Trauer um Choreographin Pina Bausch
Nach dem Tod der international gefeierten Choreographin Pina Bausch herrscht in der Kulturszene tiefe Trauer.

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Die große Avantgardistin des Tanztheaters war am Dienstagmorgen im
Alter von 68 Jahren an einem Krebsleiden gestorben. Unter ihrer
Leitung wurde das Wuppertaler Tanztheater, wo sie seit 1973 als Chef-
Choreographin wirkte, weltberühmt. Pina Bausch galt mit ihrem
Ensemble seit langem international als eine der wichtigsten
Vertreterinnen der neuen deutschen Tanzkunst.
Schwerpunkt
Pedro Almodóvar. Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar, der mit Bausch gut
befreundet war, würdigte sie als Erscheinung die ihn stets inspiriert
habe. Er pflegte nach eigenen Worten "von der ersten Umarmung an eine
sehr enge Beziehung" zu der Künstlerin. Sie hatte an seinem 2002
oscarprämierten Film "Habla con ella" (Sprich mit ihr) mitgewirkt.
"Sie war eine ewige Quelle der Freude", schrieb Almodóvar in einem
Nachruf. "Unsere Freundschaft war heftig und auf ewig."
Johann Kresnik. Erschüttert über den Tod von Bausch zeigte sich auch der
österreichische Choreograph und Theaterregisseur Johann Kresnik im
Gespräch mit dem Deutschlandfunk. "Was Pina Bausch gemacht hat, ist
eine der größten künstlerischen Leistungen nach dem Krieg gewesen",
sagte er.
Horst Köhler. Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler schrieb an Rolf Salomon,
den Sohn Bauschs, Deutschland habe eine Tänzerin und Choreographin
von Weltrang verloren und nicht zuletzt eine herausragende
Repräsentantin der Kulturnation. "Sie war Vorbild und Ikone,
grandiose Erfinderin und visionäre Erneuerin", sagte
Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). "Pina Bausch hat mit ihren
Choreographien Bomben gesetzt", sagte der Intendant des Hamburg
Balletts, John Neumeier, in einem Gespräch mit der Deutschen
Presse-Agentur dpa.
Karriere. Als Direktorin des neugegründeten Tanztheaters Wuppertal schuf sie
seit den 1970er Jahren rund 40 Werke und wurde mit internationalen
Auszeichnungen und Preisen überhäuft. Mit ihren radikalen
Choreographien verstörte Bausch seit den 1970er Jahren ihr Publikum.
Würdigung. Auch die Leitung des Internationalen Tschechow-Theaterfestivals in
Moskau bedauerte ihren Tod. Pina Bausch sollte am 13. Juli eine große
Pressekonferenz in der russischen Hauptstadt geben, anschließend
stehen bei dem Festival vier Gastspiele des Stücks "Die sieben
Todsünden" ihrer Compagnie auf dem Programm.

















