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Zuletzt aktualisiert: 30.06.2009 um 20:25 UhrKommentare

Dichand feuert Karikaturisten "Superrudi"

"Superrudi" war dem "Krone"-Herausgeber zu kritisch.

Foto © APA

Die Kult-Comic-Helden "Superrudi und Superstruppi" sind Vergangenheit: Am Dienstag erschien der letzte Cartoon aus der Feder von Markus Szyszkowitz in der "Kronen Zeitung". Der Karikaturist, der seit elf Jahren täglich in Österreichs reichweitenstärkster Zeitung tätig war, ist bei Herausgeber Hans Dichand in Ungnade gefallen, weil er - von Dichand unkontrolliert - seiner Arbeit nachging, nämlich die Politik- und Medienlandschaft in pointierten Zeichnungen darzustellen.
Faymann-kritische Zeichnung. Der Stein des Anstoßes liegt schon ein Jahr zurück, als Szyszkowitz in der "Wiener Zeitung", für die er mit Erlaubnis Dichands jahrelang auch freiberuflich tätig war, eine Faymann-kritische Zeichnung veröffentlichte. Die Reaktion Dichands, der damals noch mit dem SP-Spitzenkandidaten und heutigen Bundeskanzler Werner Faymann (S) sympathisierte, kam prompt. Der Herausgeber der "Kronen Zeitung" stellte den Zeichner und dreifachen Familienvater vor die Wahl, andere Karikaturen umgehend einzustellen oder das Ende der "Superrudi"-Reihe sei besiegelt.

Alle Inhalte wurden abgesegnet. Schon vor diesem Vorfall hatte der Karikaturist kaum mehr künstlerische Freiheiten bei der "Krone", berichtet Szyszkowitz der APA. Wie in anderen Bereichen habe Dichand auch beim Zeichnen nichts dem Urheber überlassen. Der Herausgeber habe sich stets doppelt abgesichert, indem er Szyszkowitz einen Texter zur Seite stellte - alle Inhalte mussten im Voraus von Dichand abgesegnet werden und auch die Skizzen musste der greise Zeitungsboss persönlich freigeben. "So eine Einschränkung gibt es bei keiner anderen Zeitung", so Szyszkowitz. Eigene grafisch-satirische Kommentare zur Politik abzugeben, waren bei der "Krone" "zuletzt kaum mehr möglich".

Veröffentlichte in anderen Medien unter Pseudonym. Nach dem Faymann-Vorfall waren bei "Superrudi" Soft-Themen der einzige gemeinsame Nenner. Politik kam kaum mehr vor. Für Szyszkowitz war das eine derart "unerträgliche Situation", dass er sich die "zeichnerische Pressefreiheit unter einem Pseudonym" zurückholte und in anderen Zeitungen Cartoons veröffentlichte, wie er der APA erzählt. Dichand dürfte dem auf die Schliche gekommen sein, und so war das Ende von "Superrudi" in der "Krone" endgültig besiegelt. Am Dienstag, 30. Juni, wollte Szyszkowitz in einem allerletzten "Krone"-Comic seinen eigenen Rauswurf zeichnen - freilich erschien auch diese Karikatur nicht in der Krone.


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