Für die Politik ist dieses Land ja nicht so berühmt, oder?
Wie ich einfach die Literaturförderung erhöht habe . . .
Liebe Landsleute, Sie haben vielleicht schon davon gehört: Unlängst musste ich die Kulturförderung erhöhen. Tja, leider. Zuerst dachte ich an eine Summe von 100 Millionen, dann fiel mir aber doch ein: 400 Millionen wären noch besser.
Maßnahme.
Leid tut mir meine Maßnahme schon ein bisschen, denn es ist ja Ihr Steuergeld, das Sie erwirtschaften müssen. In dem Punkt kann ich nur ganz herzlich Danke sagen! Nett von Ihnen. Aber die Maßnahme war einfach notwendig: Gerade die Literaturförderung pfiff ja aus dem letzten Loch! Ich hatte in letzter Zeit mehr Geld ausgegeben, als ich hatte - allein für die vielen schönen Fotos von mir! - und wenn ich nicht die Kulturförderung erhöht hätte, wäre ich pleite gewesen! Das wollen wir doch nicht! Zur Klarstellung und zur Verteidigung: Ich war nicht der Einzige! Alle relevanten Künstler des Landes sind meiner Initiative gefolgt. Mögen wir untereinander auch spinnefeind sein, nichts voneinander halten und jedem seine Aufträge oder Auftritte neiden: In dem Punkt halten wir eisern zusammen!
Kultur muss etwas wert sein.
Sie werden jetzt empört sein, liebe Landsleute, aber ehrlich: Kultur muss uns etwas wert sein! Meine Kultur vor allem. Kultur muss auch etwas kosten dürfen. Dieses Land ist ja berühmt für Natur und Kultur. Für Politik ist es nicht gar so berühmt. Und noch etwas: Ich kurble die Wirtschaft an! Ich gebe das öffentliche Geld, von dem ich beschlossen habe, das ich es bekomme, ja auch wieder aus und bringe es unter die Leute: unter Sie, liebe Landsleute! So einer bin ich! Ich gehe in Kärntner Seerestaurants essen, verbringe in Kärntner Hotels Wellnessaufenthalte, lade süße Kärntner Mädels ein, und wissen Sie, wie viele Arbeitsplätze ich schaffe, wenn ich mir ein Haus am See baue? Vielleicht kaufe ich mir bei einer Agentur demnächst ein paar flotte Sprüche?! Da habe ich mir gedacht: Was soll ich mit 400 Millionen? Ich nehme gleich 800. Is eh wuaschd. Was sagen Sie? Mir selber öffentliches Geld zuzuschanzen, steht gar nicht in meiner Macht? Na gut, war ein Spaß. Aber lässig wär's schon! Warten Sie nur, bis ich die Branche wechsle! Dann ist was los!















