Jugendstil-Maler Auchentaller neu entdeckt
Ausstellung "Jugendstil pur!" versammelt im Leopold Museum rund 300 Werke des 1903 nach Grado ausgewanderten Weggefährten von Gustav Klimt.

Foto © APA
Die "Überzeugung, dass die Bedeutung der Wiener
Secession erst durch einen immer breiter gefächerten Überblick über
ihre Protagonisten in voller Tiefe erfasst werden kann", war für das
Leopold Museum Anstoß zu seiner neuen Ausstellung "Josef Maria
Auchentaller - Jugendstil pur!", die auf der
Ebene 1 rund 300 Werke des in Vergessenheit geratenen Künstlers
präsentiert. Von Beginn an war Auchentaller (1865 - 1949) aktiver
Vertreter der Wiener Secession, bevor er 1903 nach Grado übersiedelte
und sich zunehmend aus der Wiener Szene zurückzog. Ein Großteil der
nun gezeigten Gemälde, Zeichnungen, Plakate, Entwürfe, Schmuckstücke
und Fotografien sind nun erstmals öffentlich zu sehen.
Fortsetzung. Nach Kolo Moser und Adolf Hölzel finde die Einzelpräsentation
wichtiger Jugendstil-Künstler mit Auchentaller eine Fortsetzung, wie
Peter Weinhäupl, Managing Director des Leopold Museums, heute
anlässlich der Pressekonferenz erläuterte. Möglicherweise "ins Wanken
geraten" könnte die für kommendes Jahr geplante Schau zu Joseph Maria
Olbrich, der unter anderem das Secessionsgebäude errichtete. Als
Grund nannte Weinhäupl die "angespannte finanzielle Situation" des
Hauses.
Veröffentlichungen. Den ersten wichtigen Schritt der von Roberto Festi kuratierten
Schau bildete die unveröffentlichte Doktorarbeit der 2007
verstorbenen Wissenschafterin Vera Vogelsberger, die sich der
Aufarbeitung des Werks von Auchentaller widmete. Im Leopold Museum
versammelt sind neben zahlreichen Werbeplakaten für Grado, wo der
Künstler mit seiner Frau eine Pension betrieb, Ölgemälde, Grafiken
und Schmuckstücke.
Bedeutung. Als von grundlegender Bedeutung bezeichnen die Ausstellungsmacher
auch die verwandtschaftlichen Beziehungen des Künstlers zu den
Familien Scheid und Thonet. Auchentallers (oft porträtierte) Ehefrau
Emma war die Tochter von Georg Adam Scheid, der innerhalb weniger
Jahrzehnte eine große Firma für Metallarbeiten und Schmuckerzeugung
errichtete und die zu den bedeutendsten Schmuckproduzenten der
Monarchie zählte, wie es im Pressetext heißt.
Werke. Eine weitere Tochter des Fabrikanten Scheid, Martha, heiratete
Viktor Thonet, den Leiter der berühmten Thonet Möbelfabrik. Die
Thonets erwarben im Laufe der Jahre eine umfangreiche Sammlung mit
Werken von Josef Maria Auchentaller, der bis zu seinem Tod die
"Pension Fortino" - nach einem Entwurf des Wiener Architekten Julius
Mayreder errichtet - betrieb. Fortan widmete er sich - losgelöst von
Kontakten zu seinen Wiener Kollegen - hauptsächlich der
Landschaftsmalerei, der in der Schau Leopold Museum viel Raum
gewidmet wurde.
Features
Links
Fakten
"Josef Maria Auchentaller - Jugendstil pur!" Bis 21. September im Leopold Museum















