In Töne gegossene Sintflut
Uraufführung von "De groaße Gieß" in Millstatt.
Die Inszenierung hätte nicht besser sein können: Draußen zuckende Blitze, grollender Donner und drinnen, in der Stiftskirche, als ob es der Wettergott gewusst hätte, die Uraufführung von "De groaße Gieß". Es ist die historisch verbürgte Mundart-Erzählung von Franz Podesser (1895-1969) über sintflutartige Regenmassen, die 1903 im Malta- und Liesertal verheerende Verwüstungen anrichteten, ganze Waldstreifen umrissen und eine Bauernkeusche samt Familie wegrissen. Peter Elwitschger, der gemeinsam mit Günther Aiglsperger auch als Sprecher fungierte, hat sie erweitert und mit Gedichten von Podesser bereichert. Günter Antesberger hat den Text in Töne gegossen: Immer tonal, gefällig, klangmalerisch, je nach Stimmung von anmutig hübsch bis bedrohlich. Sie wurden von "HoViHoLoHoff", dem Austrian-Brass-Quintet sowie der "Academia Ars Musicae" unter der Leitung von Brian Finlayson nuancenreich und vital musiziert.
Stückwerk. Die Gedichte selbst wurden von Helmut Drewes, Walter Kraxner, Helmut Wulz und Bernhard Zlanabitnig, von dem auch die Idee zu diesem Projekt stammt, vertont. Es waren bis auf eine Ausnahme traditionelle Kärntner Lieder, die vom sehr homogenen und lebendig singenden Carinthia Chor Millstatt und dem Singkreis Porcia ausgeführt wurden. Nur: die einzelnen Teile wirkten isoliert. Chor und Orchester musizierten nie gemeinsam. Alles blieb Stückwerk, das sich nie zu einem Ganzen fügte. Das Publikum reagierte mit stehenden Ovationen!














