AC/DC: Vorglühen nicht nötig
Volles Stadion und "volle Kanne" in Wien: Die Rockgiganten AC/DC ließen gestern Abend im Happel-Stadion keinerlei Wünsche offen.

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Gegen 21 Uhr fährt der "Rock 'n' Roll Train" in Form einer riesigen dampfenden und zischenden Lokomotive in der Station Ernst-Happel-Stadion ein, um seine planmäßige Route durch die unsterblichen Kracher der Aussie-Rocker in Angriff zu nehmen. Spektakel pur, gepaart mit Intro-Film und imposanter Lichtshow. Der Rest ist unwiderstehlicher Rock 'n' Roll, ohne Wenn und Aber.
Die Hartnäckigkeit der Brüder Angus und Malcolm Young hat sich bezahlt gemacht. Viele Jahre "nur" von den eingefleischten Fans geliebt, ist die musikalisch unbeirrbar gebliebene Truppe an der Spitze des Rock-Olymp angelangt. AC/DC ist zur Zeit die einzige Rockband weltweit, deren Auftrittsorte jeder Größenordnung in Minuten ausverkauft sind. Schon gar mit dem Erfolg der neuen CD "Black Ice" im Rücken. Die Schar von 50.000 Fans in Wien deckte mehrere Generationen ab und für viele gab es nur ein Motto: Bier, AC/DC und noch mehr Bier. Vom schönen Wetter unterstützt, starteten viele bereits am Nachmittag voll durch. Dabei war Vorglühen für die folgende Bombenstimmung gar nicht nötig.
Muss man nun unbedingt einen 54-Jährigen in einer Schuluniform herumlaufen sehen? Und ob! Angus Young macht seinem Nachnamen alle Ehre. Unverwüstlich spult der Kettenraucher seine Kilometer auf der gigantischen Bühne ab, um mit seinen charakteristischen Gitarrensoli die klassischen Hadern zu verfeinern. Gestützt vom rhythmischen Fundament der "stoischen Hintermänner" Malcom Young an der zweiten Klampfe, Bassist Cliff Williams und dem präzisen Maschinisten Phil Rudd hinter der Schießbude.
Eine Kombination, die nicht nur AC/DC-Fans schlicht und ergreifend "tödlich" nennen. Und genau das ist es: Gnadenlos drückt die 1973 gegründete Truppe einen Hammer nach dem anderen in die entfesselte Menge. Spätestens beim Herablassen der Glocke zu "Hells Bells" muss man um die Statik der Tribünenplätze im Stadionoval fürchten.
Doch halt! Ohne Schreihals und Frontmann Brian Johnson würde das Werkl AC/DC nicht funktionieren. Der gute Mann wird nach sage und schreibe 29 Jahren Bandzugehörigkeit noch immer als "der Neue" eingestuft... Alt sind eben nur die traditionellen Kanonenschüsse zum Finale, mit der AC/DC-Show vor ihren treuen Anhängern den Hut ziehen: "For Those About to Rock (We Salute You)." Und umgekehrt erst recht, ziehen doch die Fan-Karawanen beglückt, verschwitzt und friedlich heim.
SAM SCHLAGENHAUFEN
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