Brüssel feiert Magritte mit neuem Museum
Brüssel hat erstmals ein großes Museum für den surrealistischen Maler Rene Magritte.

Foto © ReutersDas belgische Königspaar bei der Eröffnung des Museums
Gut 40 Jahre nach seinem Tod
wurde das neue Haus im Beisein des belgischen Königs
Albert II. und Königin Paola eröffnet. Es ist mit rund 250 Werken die
weltweit größte Sammlung mit Bildern des Künstlers (1898-1967) und
wird vom 2. Juni an für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Es werden
bis zu 600.000 Besucher pro Jahr erwartet.
Palais. Das dreistöckige Palais Altenloh aus dem 18. Jahrhundert an der
historischen Place Royale im Herzen der belgischen Hauptstadt zeigt
auch zahlreiche Dokumente zu Leben und Werk des Künstlers. Neben den
Gemälden Magrittes aus allen Schaffensperioden werden zudem wenig
bekannte Arbeiten des Werbegrafikers und Fotografen Magritte
ausgestellt.
Museum. Das Museum hat eine Fläche von 2.500 Quadratmetern auf fünf
Ebenen, zwei davon unterirdisch. Die Vorbereitung des Projekts
dauerte zehn Jahre. Der Staat ging zur Finanzierung ein beispielloses
Bündnis mit dem französisch-belgischen Energiekonzern GDF Suez ein.
Die Gruppe brachte 6,5 Millionen Euro für die Renovierung und
Innenausstattung auf. Spötter nennen den neuen Kunsttempel bereits
"Magritte-Suez".
Werke. Der Besuch beginnt im dritten Stock, wo unter dem Motto "Die
Eroberung des Surrealismus" die ersten Werke des bekanntesten
belgischen Malers gezeigt werden. Die erste Etage ist den
Meisterwerken vorbehalten, darunter "L'Oiseau de Ciel"
(Himmelsvogel), das eine Taube vor einem blauem Himmel zeigt. Ein
anderer Publikumsmagnet ist das Bild "L'empire des lumieres" (Das
Reich der Lichter). Magritte kontrastiert dort eine nächtliche
Landschaft mit einem Haus, einer Laterne und Bäumen mit einem
taghellen Himmel. Der Künstler sagte einmal, er wolle mit diesen
Gegensätzen überraschen und bezaubern.
Magritte verehrt. Die Werke im Magritte-Museum stammen aus dem unmittelbar
benachbarten Museum der Schönen Künste und aus den Nachlässen von
Irene Hamoir Scutenaire und Georgette Magritte. Magritte ist in
Belgien so etwas wie ein Nationalheiliger und gehört zu Brüssel wie
das Atomium und das Nationalgericht Muscheln und Pommes frites. Hätte
ihm das neue, prächtige Museum unweit des Königspalastes gefallen?,
fragen sich die Hauptstädter. Zweifel sind angebracht. "Verwechseln
wir nicht Kunst mit Kommerz", schrieb Magritte 1948 an seinen New
Yorker Kunsthändler Alexandre Iolas.















