Hubert von Goiserns Projekte: "Unglaublicher Kraftakt"
Inaktivität kann man Hubert von Goisern nicht eben vorwerfen.

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Die laufende "S'Nix"-Tour umfasst Termine bis Mitte August, am 12. Juni erscheint sein
großteils im Herbst aufgenommenes Live-Doppel-Album "Haut und Haar",
von 3. bis 5. Juli findet seine große Linz Europa Tour (die
dreiteilige TV-Doku "Goisern goes West" wird im Sommer ausgestrahlt),
bei der er im Auftrag der Kulturhauptstadt Europas donauauf- und
abwärts geschippert ist, ihren Abschluss bei einem Hafenfestival in
Linz. Und jetzt gibt es auch noch ein Buch über "Die Welt des Hubert
von Goisern".
Keine Biografie. "Das Buch ist ohne mein Zutun passiert", versichert der Musiker im
Interview mit der APA, "es ist keine Biografie, sondern Bernhard
Fliehers Sicht der Dinge, die ich nicht unspannend finde." Der
Kulturredakteur der "Salzburger Nachrichten" ist dem Weg des 1952 in
Bad Goisern geborenen Musikers über viele Stationen gefolgt, von
seinen heimatlichen Anfängen "weit, weit weg" (wie der Titel des
Buches lautet) bis nach Timbuktu und Dakar. "Ich habe es noch gar
nicht gelesen, das hebe ich mir für lange Herbstabende auf. Außerdem
schreibe ich gerade selbst ein Buch. Ich bin schon fast fertig."
Rückblicke. Hubert von Goisern schreibt über die vergangenen Jahre, über seine
Konzert-Reisen auf der Donau. Anders als die TV-Dokumentationen
("Goisern goes East" wurde bereits ausgestrahlt), die Bestandteil
seines Linz-Engagements waren, unternimmt er das Buchprojekt in
Eigenregie und hat auch noch keinen Verlag dafür. Die Zeit als
Botschafter der Kulturhauptstadt ("Mir gefällt allerdings
'Bootschafter' mit Doppel-O viel besser") war "ein unglaublicher
Kraftakt", der im Hafenfestival - mit BAP, Willi Resetarits,
Karandila, Konstantin Wecker u.v.a. - seinen programmierten Höhepunkt
und Abschluss finden soll. "Ich hoffe, es wird ein großartiges
letztes Zusammenkommen, aber es gibt so viele Kontakte, die geknüpft
wurden, dass es auch viele gemeinsame Pläne für die Zukunft gibt. Da
ist es etwas passiert, das gar nicht rückgängig zu machen ist."
"Schaurausch". Vom Kulturhauptstadtprogramm hat er "noch gar nicht viel
mitbekommen", lediglich den "Schaurausch" etwa, oder die Ausstellung
"Kulturhauptstadt des Führers". Das neue Ars Electronica Center sei
allerdings "ein Wahnsinn: Alleine dafür muss man Linz gratulieren."
Kritische Stimmen zum Programm findet der Musiker normal ("In
Österreich haben wir sowieso eine Tendenz, alles Scheiße zu finden"),
wobei er lieber der Angegriffene ist, als selbst anzugreifen ("Jeder
Angriff ist auch eine Energiespritze"), und vor der Arbeit des
Linz09-Intendanten Martin Heller hat er "größten Respekt".
Programm. Das ambitionierte "Hörstadt Linz"-Programm des
Linz09-Musikverantwortlichen Peter Androsch findet Hubert von Goisern
"vom Konzept her super, wie weit es auch für die, die das Vorwort
nicht gelesen haben, nachvollziehbar ist, weiß ich allerdings nicht".
Androschs Befund, es gebe zu viel Lärm in der Welt und man müsse sich
auf die Stille rückbesinnen, teilt er, "solange es nicht doktrinär
ist und einem die Stille aufgezwungen wird". Auch er selbst werde
nach dem ganzen Trubel wieder die Stille suchen, erklärt der Musiker:
"Nächstes Jahr gebe ich keine Konzerte, da möchte ich komponieren und
Neues in Angriff nehmen. Ich möchte endlich wieder soviel unverplante
Zeit haben, dass aus der Stille etwas Neues entstehen kann."














