Prall gefülltes Theaterleben in der Trickkiste
Yves Jacques begeistert beim Theaterauftakt der Wiener Festwochen in Robert Lepages One-Man-Show "The Andersen Project".

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So schön wie kein anderer spielt der kanadische Theatermagier Robert Lepage mit Dreidimensionalität, virtuellem Raum, satirischem Text, blitzschneller Verwandlung und der Imagination. Im Mai 2005 brachte er in Kopenhagen sein "The Andersen Project" (punktgenau im Gedenkjahr anlässlich des 200. Geburtstags des großen dänischen Märchendichters Hans Christian A.) zur Uraufführung. Mit ihm als Autor, Regisseur und Darsteller. Seit vier Jahren ist diese Produktion nun rund um den Erdball unterwegs.
Beim Theater-Auftakt der Wiener Festwochen im Volkstheater legte Yves Jacques die zweistündige One-Man-Show hin, die mehrmals von Zwischenapplaus unterbrochen wurde.
Zynismen.
Lepage, Jahrgang 1957, hat so ziemlich alle nennenswerte Kunstpreise, die an Theaterschaffende vergeben werden, eingeheimst. Ehrenbürger seiner Heimatstadt Quebec darf er sich nennen, Frankreich überreichte ihm den Orden der Ehrenlegion, vor zwei Jahren konnte er in Thessaloniki den Europäischen Theaterpreis entgegennehmen. Etliche Kinofilme hat er gedreht, in Opernhäuser Station gemacht, die Welttournee von Peter Gabriel inszeniert sowie die "KA"-Show des Cirque du Soleil - und mit Ex Machina gründete er eine eigene Produktionsfirma.
Kulturbürokratie.
In "The Andersen Project" thematisiert er sarkastisch das internationale Koproduktionsgewerbe und die zynische Kulturbürokratie. Frederic Watson, ein kanadischer Rockpoet, kommt nach Paris, um an der Opéra Garnier nach einem Andersen-Märchen ein Libretto für eine Jugendoper mit Solostimme zu entwickeln.
Rund um Auftraggeber und - nehmer erzählt Lepage eine Geschichte voller Verweise auf Träume, Wünsche, Sehnsüchte und auf den verächtlichen Umgang damit. Witz und Schrecken multiplizieren sich. Zu den Lieblingsfiguren des Publikums gehört die drogensüchtige Hündin Fanny, die zwar fest an ihrer Leine zerrt, aber niemals zu sehen ist. Wie dieser Schmäh funktioniert, bleibt im Verborgenen.
Zwischen den Obsessionen des Märchenonkels, eines mit allen Wassern gewaschenen Operndirektors, dem Können eines marokkanischen Graffiti-Künstlers und den Verlustängsten eines kanadischen Orpheus-Verwandten tobt der schöne Schein.
Features
Fakten
"The Andersen Project".
Von Robert Lepage. Volkstheater Wien. 11., 12., 13. Mai. Karten: Tel (01) 589 22 22.
www.festwochen.at














