Pianist Zimerman: Keine USA-Auftritte wegen US-Politik
Aus Protest gegen Guantanamo und wegen der Errichtung eines Raketenschilds in Polen tritt der bekannte Pianist nicht mehr in den USA auf.

Foto © APA Krystian Zimerman
Der bekannte polnische Pianist Krystian Zimerman will in den USA aus Protest gegen die US-Militärpolitik und die Errichtung von Teilen des US-Raketenschildes in Polen kein Konzert mehr geben. Das kündigte er am Sonntag bei einer Konzertunterbrechung in der "Disney Concert Hall" in Los Angeles an. "Nehmt eure Hände von meinem Land", ließ er das Publikum wissen und kritisierte ebenso die US-Politik in Zusammenhang mit dem Strafgefangenenlager Guantanamo, wie die Zeitung "Los Angeles Times" berichtete.
Wut und tosender Applaus. Manche Konzertbesucher verließen daraufhin mit wütenden Bemerkungen den Konzertsaal. "Manche Menschen beginnen zu marschieren, sobald sie das Wort Militär hören", sagte der Musiker. Amerika habe aber weit bessere Exporte als sein Militär. Gleichzeitig dankte der Pianist den Unterstützern der Demokratie. Für seine anschließende Interpretation von Karol Szymanowskis "Variationen über ein polnisches Volksthema" erhielt er tosenden Applaus. Dann verließ Zimerman, der die US-Politik bereits in den vergangenen Jahren wiederholt kritisiert hatte, kommentarlos den Konzertsaal.














