Georges Moustaki wird 75
Georges Moustaki hat stets nach Herzenslust seinen Leidenschaften gefrönt. "Meine Exzesse haben mich erschöpft", sagte der griechisch-französische Chansonnier vor wenigen Monaten.

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Aus
Gesundheitsgründen musste der Meister der sanften Klänge, der mit "Le
Métèque" und "Milord" international bekannt wurde, seine für 2009
geplante Europatournee absagen. Moustaki, der am 3. Mai 75 Jahre alt wird, will bewusster leben. Von allem etwas
weniger, auch von der Arbeit: "Zwei Stunden täglich", wie er vor
wenigen Wochen sagte.
Reife. Der grauhaarige Weltbürger ist weiser geworden. "Ich muss mehr auf
meine Gesundheit achten, wenn ich weiterhin meine Freuden und
Leidenschaften wahrnehmen will", erklärte der 1934 im ägyptischen
Alexandria geborene Sohn griechischer Eltern, mit denen er Anfang der
50er Jahre nach Paris ging. Dort lebt Moustaki, der erst 1985 die
französische Staatsbürgerschaft angenommen hat, auf der schicken und
idyllischen Seine-Insel Saint-Louis. "Einst arm und unbekannt, finde
ich mich berühmt, beneidet und umschmeichelt wieder", erklärte der
Chansonnier nach seinen ersten großen Erfolgen Ende der 50er Jahre.
Musikalische Treue. Der Sänger und Komponist ist stets seiner poetischen und stillen
Musik aus griechischer Bouzouki, türkischer Flöte, französischen und
lateinamerikanischen Gitarrenklängen treugeblieben. Kritiken, die ihm
seine mangelnde Originalität vorwarfen, ignorierte er. So ertönen auf
seinen Alben "Vagabond" (2003) und "Solitaire" (2008) vertraute
Klänge, Anleihen an seine weltbekannten Hits wie "Ma Liberté" und "Ma
Solitude".
Themen. Moustaki besingt in seinen Liedern zum Teil sein eigenes Leben. In
dem Text für "Le Métèque" (Der lästige Ausländer) beschreibt er sich
und sein Ausländer-Schicksal im selbst gewählten Pariser Exil: "Und
mit einer Schnauze eines lästigen Ausländers, eines umherirrenden
Juden und eines griechischen Hirtens", heißt es darin.
Leben in Paris. Als der Liedermacher 1951 nach Paris kam, war er sich nicht zu
schade, auch als Straßenmusiker aufzutreten. Im Pariser
Studentenviertel Saint-Germain-des-Prés lernte er berühmte Künstler
kennen und wurde bald schon im Chanson-Olymp neben Brel, Brassens,
Barbara und Ferrat aufgenommen.
Welthits. Doch Moustaki kannte schon vor seinem persönlichen Erfolg die Welt
des Chansons, denn er war jahrelang Komponist für Yves Montand, Henri
Salvador, Dalida, Françoise Hardy und natürlich Edith Piaf. Für Piaf,
mit der er eine kurze Liebesaffäre hatte, schrieb er den Welterfolg
"Milord". Insgesamt komponierte und schrieb er mehr als 300 Chansons.
Schönheit und Liebe. Seine Lieder handeln aber auch von der Schönheit der mediterranen
Landschaft, der Liebe und den Frauen, die in seinem Leben schon immer
eine wichtige Rolle gespielt haben. "Jede hinterlässt bei mir ein
Gefühl der Dankbarkeit für das immer einzigartige Vergnügen",
erklärte einst der Lebenskünstler. "Seit meinem zwanzigsten
Lebensjahr lebe ich meine Wünsche aus. Das ist zu einer Regel
geworden", sagte der Motorradfan noch vor wenigen Jahren. Mit täglich
nicht mehr als zwei Stunden Arbeit dürfte er jetzt mehr Zeit für
seine anderen Hobbys haben: malen und zeichnen.















