Applaus für den dritten Mann
Junge Philharmonie Salzburg riss das Publikum mit.
Zwischen den Giganten Händel und Haydn (250. bzw. 200. Todesjahr) droht der 200. Geburtstag von Felix Mendelssohn-Bartholdy in Vergessenheit zu geraten: Umso erfreulicher, dass die Junge Philharmonie Salzburg im Congress Center gleich zwei seiner Werke im Gepäck hatte: Die Ouvertüre "Die Hebriden", zu der der Komponist während einer Reise von der gleichnamigen, schottischen Inselgruppe inspiriert wurde und bei der man die Wellen förmlich rollen hörte, sowie die 5. Sinfonie.
"Reformationssinfonie". Der zum evangelischen Glauben konvertierte Jude Mendelssohn schrieb das traditionell angelegte Werk zum 300. Jubiläum des Augsburger Bekenntnisses und ließ in der "Reformationssinfonie", so der Beiname, den Luther-Choral "Ein' feste Burg ist unser Gott", sowie das "Dresdener Amen" der sächsischen Liturgie, das Wagner später im "Parsifal" als Gralsmotiv verwenden sollte, festlich erklingen.
Fordernd. Unter dem fordernden Dirigat von Elisabeth Fuchs war bis zu den letzten Pulten überschäumende Spielfreude und begeisternde Kraft festzustellen. Die energiegeladene Dirigentin wusste die jugendlichen Musiker bis auf kleine Einsatzmängel zu Höchstleistungen anzuspornen und kaum hörbare Pianissimi, feinste Stimmungen sowie spannungsvolle Momente zu erzeugen.
Farbiger Sound. Das Jugendorchester, das regelmäßig durch innovative Projekte, wie Konzerte auf Bergen, Breakdance mit Orchesterklang etc. aufhorchen lässt, konnte auch bei Igor Strawinskys Suite (Fassung: 1919) aus dem Ballett "Der Feuervogel" bravouröse, solistische Stimmführer herzeigen sowie einen ungemein farbigen Sound produzieren. Großer Jubel im vollen Haus mit dem "Air" von Bach als Zugabe!















