David Lynch gegen Film-Synchronisation
Während eines mehrtägigen Besuchs in Moskau spricht sich der Kultregisseur für Filme in Originalsprache mit Untertiteln aus. Geräusche und ursprüngliche Atmosphäre gingen durch die Synchronisation zu Grunde.

Foto © ReutersKultregisseur David Lynch
US-Kultregisseur David Lynch (63) hat sich dafür ausgesprochen, Filme im Ausland nur noch in Originalsprache und mit Untertitel zu zeigen. "Die Synchronisation ist beinahe eine Sünde", sagte Lynch ("Blue Velvet", 1986, "Mulholland Drive", 2001) während eines mehrtägigen Besuchs in Moskau.
Übertriebene Stimmen. Die Synchronsprecher zerstörten mit ihren "übertriebenen Stimmen" die ursprüngliche Atmosphäre des Films und den Charakter der Akteure. "Alle Geräusche gehen dann unter", sagte Lynch in der russischen Hauptstadt, wo er auch seine Ausstellung "The Air is on Fire" mit Gemälden und Skizzen sowie die Fotoschau "Fetisch" eröffnete.
Meditation. Die Künstler warb in Moskau außerdem für die Transzendentale Meditation, die nach seiner Darstellung das Bewusstsein erweitert und zu innerem Frieden führt. "Meine Beschäftigung mit Meditation kann mich nicht von allen Ängsten befreien. Aber je breiter das Bewusstsein wird, desto weniger Ängste gibt es", zitierte ihn das Boulevard-Blatt "Moskowski Komsomolez". Lynch sagte außerdem bei einem seiner zahlreichen Auftritte, diese Meditation helfe besonders gut gegen Leistungsstress, Angst und Aggressionen bei Kindern. Der für seine extremen Gewaltdarstellungen bekannte Künstler hatte die Technik bereits 1973 als Filmstudent erlernt.















