Reich-Ranicki lobt Verfilmung seines Lebens
Der Literaturkritiker zu den Schauspielern: "Was immer ihr darstellen werdet: Es war in Wirklichkeit viel schlimmer."

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"Er ist ein Mann mit großem
Talent, und er hat das fabelhaft gemacht", sagte Marcel Reich-Ranicki in
einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er habe
Zahavi freie Hand gelassen und sei bei den Aufnahmen kein einziges
Mal dabei gewesen. Den beiden Hauptdarstellern Katharina Schüttler
und Matthias Schweighöfer habe er aber vor Drehbeginn gesagt: "Was
immer ihr darstellen werdet, wie immer ihr es macht, eins kann ich
euch sagen: Es war in Wirklichkeit viel schlimmer."
Seine Geschichte. Reich-Ranicki und seiner Frau Theofila gelang während des Zweiten
Weltkriegs die Flucht aus dem Warschauer Ghetto, als die Nazis mit
Deportationen ins Vernichtungslager Treblinka begannen. Sie mussten
sich bis Kriegsende versteckt halten - immer mit der Angst, entdeckt
oder verraten zu werden. Eine Angst, die sie auch Jahre nach
Kriegsende nicht ablegen können. Eine Schlüsselszene des Films spielt
am Hauptbahnhof Frankfurt. Die Vorstellung blitzt auf, dass dem
jungen Reich-Ranicki im Nachkriegsdeutschland jederzeit ehemalige SS-
und Nazi-Schergen wiederbegegnen könnten. Diese Stelle im Film treffe
genau sein Empfinden von damals, sagt der heute 88-Jährige. "Die
Angst vor der deutschen Barbarei, das habe ich auch in meiner
Autobiografie geschrieben, hat mich ein Leben lang begleitet." Es
vergehe kein Tag, so Reich-Ranicki, an dem er nicht an die
Vergangenheit denke.
TV-Premiere. Die Verfilmung von Reich-Ranickis Autobiografie "Mein Leben" ist
am Karfreitag um 21.00 Uhr bei Arte zu sehen und am 15.
April um 20.15 Uhr in der ARD.













