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    Zuletzt aktualisiert: 04.04.2009 um 21:12 UhrKommentare

    "Karl der Große" Im Interview

    Er spielt Goebbels, Jack Unterweger und Sigmund Freud - und liest demnächst bei der styriarte aus Texten großer Amerikaner: Karl Markovics über das Wunder seiner Wandlungen.

    Karl Markovics

    Foto © APAKarl Markovics

    Am Karfreitag lesen Sie beim Festival "Psalm 2009" in Graz beim Programm "Oh Captain! My Captain!". Wird dieser Abend noch anderswo gespielt?
    KARL MARKOVICS: Nein, es ist eine einmalige Sache. Ich bin von der styriarte und von "Psalm" schon mehrmals kontaktiert worden, doch in den letzten zwei Jahren ging sich nichts aus. Heuer hat es geklappt.

    Was hat Sie im konkreten Fall besonders gereizt?
    MARKOVICS: Dass ich aus mehreren exemplarischen Reden der US-Geschichte lese, besonders beeindruckend finde ich dabei die Unabhängigkeitserklärung und die "Gettysburg Address" von Abraham Lincoln aus dem Jahr 1863. Das deckt sich mit meinem Hang zum Historischen. Musikalisch wird das Programm so begleitet, dass das Ohr des Zusehers nicht überanstrengt wird.

    Ihr Hang zum Historischen passt ja zu Ihren Filmrollen: Sie waren der Briefbombenattentäter Franz Fuchs und der Fälscher "Sally" Sorowitsch. Demnächst spielen Sie in "Nanga Parbat" den Expeditionsleiter Karl Maria Herrligkoffer, danach Joseph Goebbels, Sigmund Freud und Jack Unterweger. Im TV-Zweiteiler über die Türkenbelagerung werden Sie Starhemberg oder Leopold II. sein. Besser geht's wohl nicht?
    MARKOVICS: Es kann aber auch schwierig sein, wenn man sich nicht vom Vorbild freimacht und sich in die Illusion begibt, dass man Kopie und Abbild ist. Der Vorteil an solchen Rollen ist natürlich, dass man sich keine Biographien zusammenschustern muss und viel Literatur als Unterfutter für die Darstellung verwenden kann. Für mich ist das spannende Detektivarbeit.

    Ein Glücksfall auch, dass einem all das angeboten wird?
    MARKOVICS: Das hängt mit Produzenten, Regisseuren und Geldgebern zusammen und hat nicht zwingend mit Ähnlichkeit zu tun. Wenn ihnen jemand ins Auge fällt, der Ähnliches bereits gemacht hat, dann kommen sie automatisch auf einen zu. Sie sagen sich: Dem hat man Franz Fuchs abgekauft, also wird man ihm auch Goebbels abkaufen. Freilich: Ottfried Fischer könnte nie den Goebbels spielen - und ich nicht Otto Wanz.

    Herrligkoffer war bei der tragischen Nanga-Parbat-Expedition 1970 dabei, bei der Reinhold Messners Bruder Günther ums Leben kam: eine zwielichtige Figur?
    MARKOVICS: Ein Besessener, der diese Expedition organisierte, um den Nanga Parbat zu bezwingen. Das musste natürlich ein Mannschaftserfolg sein. Nur so konnte er auch sich selbst ins Zentrum des Erfolges stellen. Er selbst war nie ein besonderer Bergsteiger. Von der Ideologie her gehörte er noch zu jenen, die in Deutschtümelei, Kameradentum, Blut und Boden ihren Ursprung hatten. Als Expeditionsleiter sah er sich als eine Art Feldherr, als Pseudo-Vater. Und just so einer trifft auf die jungen Messner-Brüder, die der Welt einen Haxen ausreißen wollen. Da prallten total verschiedene Ideologien aufeinander.

    "Sympathie für den Teufel" erzählt die Geschichte des Schauspielers Ferdinand Marian, der von Goebbels offensichtlich gezwungen wurde, die erbärmliche Hauptrolle im Propagandafilm "Jud Süß" zu spielen. Oskar Roehler wird inszenieren, Sie sind Joseph Goebbels?
    MARKOVICS: Ja, und da führen mich die Wege wieder zur alten Partnerschaft von "Kommissar Rex". Tobias Moretti wird Ferdinand Marian verkörpern, ich freue mich schon auf diese Zusammenarbeit. In "Mahler auf der Couch" bin ich dann, unter Percy Adlon, Sigmund Freud. Gustav Mahler, gespielt von Johannes Silberschneider, kommt zu ihm ins belgische Leiden auf die Couch, um über seine komplizierte Ehe mit Alma zu reden.

    Und wann geht es mit dem Film über Jack Unterweger los?
    MARKOVICS: Ich denke, im Sommer 2010. Noch gibt es kein Drehbuch, doch ich werde mich nun öfter mit Elisabeth Scharang treffen, um eine erste Arbeitsfassung zu entwerfen.

    INTERVIEW: LUIGI HEINRICH

    Fakten

    Karl Markovics, geboren am 29. August 1963 in Wien.

    Spielt seit 1982 Theater, seine erste Filmrolle bekam er 1991.

    Bisher größter Erfolg: Hauptrolle im KZ-Drama "Die Fälscher", das 2008 den Oscar gewann.

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