60.000 sahen umstrittene Linz09-Schau zu NS-Zeit
Fast 60.000 Besucher sind bisher bei der umstrittenen Linz09-Schau "Kulturhauptstadt des Führers" gezählt worden, die am Sonntag im Schlossmuseum ihre Pforten schließt. Nach zum Teil heftiger medialer Kritik an der Ausstellung ging Oberösterreichs Kulturreferent Landeshauptmann Pühringer am Freitag in die Gegenoffensive: Die involvierten Wissenschafter hätten redliche Arbeit geleistet.
Niemand der Verantwortlichen beabsichtige, "Linz den Makel einer ewigen Nazi-Stadt umzuhängen", fügte Pühringer hinzu. In der Ausstellung wird auf den kulturpolitisch-zeitgeschichtlichen Hintergrund und das konkrete künstlerische Leben im Dritten Reich eingegangen. Die Schau erinnert u.a. daran, dass nach Adolf Hitlers Vorstellungen Linz zu einer Kulturmetropole werden sollte.
Pühringer machte darauf aufmerksam, dass der Titel der Ausstellung bereits Monate vor der Eröffnung bekannt gewesen sei, Kritiker hätten sich bereits damals einbringen können. Er sei überzeugt, dass "die Mehrheit, die uns kritisiert, das mit Absicht macht und die Ausstellung nicht gesehen hat", so der Landeshauptmann in Richtung ausländischer Medien.
Hätte man sich aber an dem Thema vorbeigeschlichen, wäre die Aufregung eine viel größere gewesen. Dass die dunkle Vergangenheit ein Thema sei, zeige laut Pühringer die Besucherzahl: Bis Freitag 12.00 Uhr wurden 57.728 Personen in der Ausstellung gezählt. Da sie stark auf die lokale Geschichte eingehe, spiele viel Emotionalität mit, erklärte Kuratorin Birgit Kirchmayr. Mehrere Besucher hätten sich in der Schau wiedergefunden. So habe beispielsweise eine alte Frau erklärt, dass sie das kleine Mädchen auf dem Ausstellungsplakat sei.
Linz09-Intendant Martin Heller sieht in der Schau einen Erfolg. Es sei eine Diskussion eröffnet worden, "hinter die man nicht mehr zurück kann".















