"Josephine" kommt ins Ronacher
Jerome Savarys Hommage an Josephine Baker hat am 6. Juni deutschsprachige Erstaufführung in Wien.

Foto © APJosephine Baker, gewürdigt in einer Ausstellung
"J'ai deux amours", sang Josephine Baker 1932 im
Etablissement Ronacher. Am 6. Juni kehrt die kleine, freche Tänzerin
und Chanteuse im Gewand einer Musical-Revue von Theatermacher Jerome
Savary ans Ronacher zurück. "Ich glaube, das ist mein bestes
Musical", pries Savary heute, Montag, bei einer Pressekonferenz seine
bereits 400 Mal aufgeführte Kreation. "Ich habe einige schlechte
Stücke gemacht, aber das ist wirklich gut." Drei Wochen lang (bis 27.
Juni) wird "Looking for Josephine", das in Wien seine
deutschsprachige Erstaufführung feiert, "nicht nur die Geschichte von
Josephine, sondern auch die Geschichte der Sklaverei und des Jazz"
erzählen.
Als Josephine steht die amerikanische Tänzerin und Sängerin
Nicolle Rochelle auf der Bühne - so freizügig wie Josephine Baker in
den 20er Jahren "geht das allerdings heute nicht mehr", bedauerte
Savary. Nur mit einem Bananenröckchen bekleidet feierte Baker
Triumphe - ihr "Urwaldtanz", bei dem sie sich über afrikanische
Herkunft lustig machte, war beim Pariser Publikum sehr beliebt, in
den USA fand man sie meist "zu afrikanisch", so Savary. Dass der
Bananentanz auch heute noch - und mit Glitzer-BH - Spaß macht, zeigte
Rochelle heute bei einem energiesprühenden Vorgeschmack. "Kinder
lieben es, zu Hause machen sie es auch gerne nach", erzählte die
Tänzerin. Wie schwierig und originell Bakers scheinbar hauptsächlich
clownesken Tanzschritte waren, musste Rochelle allerdings in
monatelanger Arbeit erfahren.
"Looking for Josephine" handelt aber nur indirekt von Josephine
Baker. Die Handlung spielt im verwüsteten New Orleans unmittelbar
nach dem Hurrikan Katrina. Ein französischer Produzent reist an, um
Sänger, Tänzer und Schauspieler für die Wiederauferstehung der
"Schwarzen Revue" - Bakers erster großer Erfolgsshow - zu suchen. Er
trifft den Pianisten Old Joe, der ihm von den Ursprüngen des Jazz
erzählt, während er darauf wartet, dass sein versenktes Klavier
wieder aus dem Wasser auftaucht. In Cindy (Rochelle) wird schließlich
die ideale Besetzung der Josephine gefunden. "In der zweiten Hälfte
gibt es dann viel Farbe, viele Federn, viele schöne Menschen",
versprach Savary.
Der argentinisch-französische "Zauberkünstler des Theaters", der
Savary für Musical-Intendantin Kathrin Zechner ist, kehrt mit seiner
"Josephine" nach zwanzig Jahren nach Wien zurück, wo er bereits
erfolgreiche Inszenierungen etwa der "Lustigen Witwe" oder der
"Zauberflöte" bestritt. Hier beginnt nun die deutschsprachige Tournee
des Gastspiels, im September geht die Revue zum ersten Mal in die
USA. "Eines Tages wird es an den Broadway gehen. Obama würde es
lieben!"
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Fakten
"Looking for Josephine" von Jerome Savary, von 6. bis 27. Juni im Ronacher, Karten an der Vorverkaufstellen der Vereinigten Bühnen Wien und bei Wien-Ticket +43/1/58885















