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    Zuletzt aktualisiert: 24.03.2009 um 07:00 UhrKommentare

    Wolfgrubers erster Roman wieder aufgelegt

    Die siebziger Jahre waren eine Zeit, da der Eindruck entstand, die neue deutschsprachige Literatur komme fast zur Gänze aus Österreich.

    Es war nicht einfach, mit dem Lesen nachzukommen, so rasch debütierte ein Talent nach dem anderen. Eines von ihnen war Gernot Wolfgruber, 1944 in Gmünd, Niederösterreich, geboren. 1975 debütierte er mit dem Roman "Auf freiem Fuß". Jetzt hat der Verlag das Buch neu aufgelegt.

    Motiv. Das Motiv dafür dürfte nicht bloß wehmütiges Erinnern sein. Wolfgrubers autobiografisch geprägter Entwicklungsroman führt der Leserschaft vor Augen, wie sich da einer schreibend aus engsten, drückenden Verhältnissen befreit hat, um vielleicht einmal ein Leben führen zu können, das seiner Anlage einigermaßen entspricht. Was für ein Unterschied zu literarischen Beispielen von jungen, verwöhnten Autoren von heute, die auch ihre schmalbrüstige Biografie plündern und nicht merken, dass sie nichts zu sagen haben.

    Erzählungen. Unprätentiös, rau, direkt, ohne auf Mitleid spekulierend, erzählt Wolfgruber, sich an seinen eigenen Erfahrungen orientierend, von einem, der unter den gesellschaftlichen Verhältnissen in der Kleinststadt leidet. Nach der Hauptschule folgt eine Textildrucker-Lehre. Der Ich-Erzähler macht plausibel, was es heißt, der Willkür der Vorgesetzten ausgeliefert zu sein und perspektivlos in einen stupiden Arbeitsprozess hineingepresst zu werden. Er lässt sich aber auf Dauer nicht alles gefallen und bricht die Lehre ab.

    Werdegang. Natürlich drängt ihn die allein erziehende Mutter, die gesellschaftlichen Normen, um ja nicht auffällig zu werden, zu erfüllen. Im zweiten Anlauf beginnt der Protagonist eine Lehre in einer Glasfabrik. Die Verhältnisse dort sind nicht viel anders als auf dem ersten Lehrplatz. Auch hier riskiert er ein Scheitern. Im dritten Anlauf schließlich wird er Lehrling in einer Druckerei. Wohl wird er auch hier vor allem schikaniert, aber er befindet sich immerhin in der Nähe geschriebener Sprache. Es sieht so aus, als würde sich ein Ausweg abzeichnen.

    Überleben in der Kleinstadt. Im Kino ist für den Jugendlichen - freilich passiv - zu erfahren, dass es andere Welten als die Kleinstadt gibt. Kinohelden wollen nachgeahmt werden. Im Kreis der Kumpel geschieht das in Form einer ungeschickt-rohen Verwirklichung sexueller Vorstellungen und in der Suche nach zweifelhaften Abenteuern, die geradewegs in die Kleinkriminalität führen. Wer schon einmal eingesperrt war, genießt so etwas wie Hochachtung. Als der Ich-Erzähler jedoch selbst diese Erfahrung macht und sogar Einzelhaft erlebt, bekommt sein zweifelhaftes romantisches Schwärmen doch einen kräftigen Dämpfer.

    Zeitlos. Die Formen, wie Erwachsene ihre Gleichgültigkeit und Brutalität gegenüber Jüngeren, die von ihnen abhängig sind, gegenwärtig ausleben, mögen sich im Österreich von heute verändert haben. Aber es fällt schwer, in dieser Hinsicht an einen Fortschritt zu glauben. Wolfgrubers Roman wird bestehen, wenn er sich jetzt einer neuen Generation von Leserinnen und Lesern stellt.




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